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Kapitel 7 bis 9

Krishna spricht zu Uddhava

‚Oh vom Glück begünstigter Uddhava, ja Ich habe beschlossen, die Yadavas auszulöschen und in Mein Reich, Vaikuntha, zurückzukehren.

Brahmas Bitte folgend, stieg Ich, gemeinsam mit Meiner Erweiterung, Balarama, auf die Erde hinab, um eine Mission zu erfüllen die nun vollendet ist.

Aufgrund des Fluches des Weisen werden die Yadavas sich bekämpfen und auslöschen. In sieben Tagen wird der Ozean Dwaraka überfluten.

In naher Zukunft werde Ich die Erde verlassen und Kali wird regieren, alle Tugenden hinwegreißend.

Mein lieber Uddhava, du bist frei von Makel, doch im Kali Yuga werden die Menschen sich allem Verwerflichen hingeben.

Gib deine Anhaftung an Familie und Freunde auf, richte deinen Geist auf Mich allein und erlange so Gleichmut.

Das materielle Universum, das du mit den Sinnen wahrnimmst, ist Illusion. Objekte und Gefühle sind vergänglich.

Wessen Bewusstsein sich durch diese Illusion verwirren lässt schreibt der materiellen Welt Bedeutung zu und bindet sich an sie.

Bringe deshalb deine Sinne unter Kontrolle und herrsche über deinen Geist. Sieh Mich in allem und alles in Mir.

So wirst du dir deines wahren Selbstes gewahr. Dein Geist wird zufrieden und du wirst ein Freund aller Wesen sein. Nichts kann dich aus dem Gleichgewicht bringen.

Überwinde das Anhaften an Materie, handle in Einklang mit der Schöpfung und vermeide unethische Handlungen. Erkenne dein Selbst und werde unschuldig wie ein Kind.

Wer allen Wesen in Güte zugeneigt, friedvoll im Geist ist und Mich in allem sieht, der fällt nicht zurück in den Kreislauf von Geburt und Tod.‘

Uddhava sprach:

‚Mein innig geliebter Herr, Du allein führst Deine Bhaktas zum Yoga hin. Du bist die höchste Seele, die durch den Yoga allein erkannt werden kann. Zu meinem Wohle hast Du mir beschrieben, wie es gelingt, der materiellen Welt zu entkommen.

Oh höchste Seele, deren Geist auf die Sinnesfreuden gerichtet ist und die keine Hingabe zu Dir kennen, die tun sich schwer, der Materie zu entsagen. Das ist meine Meinung.

Ich selbst richte mein Bewusstsein auf Materie, die nichts weiter als von Dir geschaffene Illusion ist. Ich denke, ich sei mein Körper und alle Verwandten gehörten mir. Deshalb erkläre mir, wie ich Deine Worte richtig umzusetzen lerne.

Du bist die einzige Wahrheit, der höchste Herr und Du offenbarst Dich Deinen Bhaktas. Kein anderer als Du kann mir dieses Wissen vermitteln. Selbst die Götter sind Deiner Illusion verfallen. Auch sie sind bedingte Wesen.

Deshalb will ich mich Dir nun anvertrauen, denn Du bist der vollkommene Lehrer, der allwissende, unbegrenzte Herr. Vaikuntha ist Dein von allem Leid freies Reich. Du bist Narayana, der wahre Freund aller Wesen.‘

Krishna sprach:

‚Die Menschen, die ihre derzeitige Situation in der Erscheinungswelt erkennen, sind in der Regel in der Lage, sich über sie zu erheben und sie zu überwinden.

Der begabte Mensch, der die Welt um sich herum als Schein wahrnimmt, kann diese Begabung für sein Weiterkommen nutzen, denn sein Lehrer weilt in ihm.

Der Mensch, der seine Sinne unter Kontrolle und den Sankhya verstanden hat, kann Mich und Mein Wirken erkennen (Sankhya ist eine der sechs Haupt-Philosophien).

Viele Körper leben auf dieser Welt, manche haben zwei Füße, manche mehr Füße, manche keinen Fuß – von ihnen allen ist Mir der Mensch der liebste.

Ich, der höchste Herr, bin mit den normalen Sinnen nicht zu erfassen. Dem Menschen allein ist die Begabung gegeben, Mich zu suchen.

Diesbezüglich weisen die Weisen auf die Begegnung zwischen dem mächtigen König Yadu und dem Weisen Avadhuta hin.

Yadu suchte Avadhuta auf und befragte ihn wie folgt:

‚Großer Weiser, wie ich sehe praktizierst du keine Riten und hast doch ein breites Wissen über die Zusammenhänge dieser Welt. Erkläre mir wie es dazu kam, dass du wie ein Kind glückselig durch die Lande ziehst.

Des Menschen Ziel ist es, Glaube und Religion zu vervollkommnen, Wohlstand und Ruhm zu erlangen, die Sinne zu befriedigen, das Leben zu verlängern und materielle Fülle zu genießen.

Du jedoch, obwohl fähig und belesen, tust nichts, um dergleichen zu erwerben, auch scheinst du keine Wünsche zu haben. Gelassenheit und Zufriedenheit erkenne ich in dir.

Die Menschen brennen im großen Wald der Lust und Gier. Du scheinst dieses Feuer nicht zu kennen. Du gleichst dem Elefanten, der sich vor dem Feuer in die Wasser der Ganga rettet.

Du scheinst frei von jeglichem Bezug zu materiellen Genüssen, du reist alleine, ohne Familie oder Freunde. Bitte erzähle mir von der Ekstase die du in dir spürst.‘

Krishna fuhr fort:

Mit gesenktem Haupt wartete König Yadu auf die Antwort Avadhutas.

Avadhuta sprach:

‚Viele Lehrer habe ich getroffen. Die Transzendenz verstanden habend führe ich nun ein befreites Dasein. Höre mir zu.

Vierundzwanzig Lehrer haben mich gelehrt: Erde, Luft, Himmel, Wasser, Feuer, Mond, Sonne, Taube, Python, Ozean, Motte, Biene, Elefant, Honigdieb, Reh, Fisch, Pingala, Raubvogel, Kind, Mädchen, Pfeilemacher, Schlange, Spinne und Wespe. Aufgrund ihres Verhaltens habe ich mein Selbst erforscht.

Ich will dich wissen lassen was sie mich lehrten.

Der gelassene Mensch verstehe, dass, selbst wenn er angegriffen wird, der Angreifer nicht der Handelnde, sondern das Werkzeug Gottes ist. Niemals darf er sich von seinem Pfad abbringen lassen. Das habe ich von der Erde gelernt.

Der Fromme lerne vom Berg, all sein Handeln in den Dienst anderer zu stellen, um so deren Wohlergehen zum Daseinsgrund seiner selbst zu machen.

Der Weise suche Erfüllung in der Erhaltung seines Lebens und trachte nicht nach Befriedigung der Sinne. Mit anderen Worten, man sorge für den physischen Körper, weiche aber nicht ab vom Weg der Erkenntnis des Selbstes.

Auch wer die Transzendenz verstanden hat ist umgeben von Objekten, die zum Lichten oder zum Dunklen hinführen können. Er möge sich ihnen gegenüber verhalten wie der Wind.

Die verwirklichte Seele mag in unterschiedlichen Körpern in dieser Welt verweilen, doch hüte sie sich davor, an Materie anzuhaften. Der Wind trägt die verschiedensten Aromen mit sich, doch bleibt er von ihnen unberührt.

Der Weise weiß, dass er, obwohl einen Körper mit sich tragend, Geist ist. Die Seele geht in die unterschiedlichsten Formen ein, in bewegte und unbewegte, die Seele ist alldurchdringend, stets nach der höchsten Seele sich sehnend.

Der Wind treibt die Wolken über den Himmel, der Himmel bleibt von alledem unberührt. So ist die Seele niemals beeinflusst vom physischen Körper.

Oh König, ein Weiser, der seinen Geist stets auf den Herrn gerichtet hält ist wie Wasser, frei von jeder Bindung, stets fließend und mit Worten wohltuende Schwingung erzeugend. Solch einen Weisen zu sehen, zu berühren oder über ihn zu hören ist wie mit reinigendem Wasser in Kontakt zu kommen.

Weise erhalten Kräfte durch Askese. Ihr Bewusstsein ist unerschütterlich, da sie nicht nach weltlichen Genüssen sich sehnen. Sie sind unberührt, so wie das Feuer unberührt ist von dem was es verbrennt.

Zum Wohle der gebundenen Seele, die nach Befreiung sich sehnt, nimmt der Weise gelegentlich die Gestalt des spirituellen Lehrers an und verbrennt, dem Feuer gleich, alle vergangenen Handlungen zu Asche.

Die höchste Seele zieht in die Körper hoher und niederer Lebewesen ein, erscheint in deren jeweiliger Identität und nimmt deren Verhaltensweisen an.

Die Lebensphasen, beginnend mit der Geburt und endend mit dem Tod, betreffen allein den Körper, die Seele bleibt unberührt, so wie die Mondphasen den Mond nicht tangieren. Die Veränderungen sind lediglich eine Erscheinungsform der Zeit.

Der Fluss der Zeit fließt ohne Unterbrechung durch zahllose Körper, lässt sie geboren werden, leben und sterben. Die Seele bleibt von diesem Fluss unberührt.

Die Sonne nimmt mit ihren Strahlen das Wasser der Erde auf und gibt es ihr in Form von Regen zurück. Der Weise nimmt Materie an und gibt sie zurück, wenn er darum gebeten wird. Er empfängt und gibt, ohne seine Sinne jemals an die Objekte gebunden zu haben.

Unberührt bleibt die Sonne, egal in welchem Wasser sie sich reflektiert. Unberührt bleibt die Seele, egal in welchem Körper sie weilt.

Man binde sich nicht an Dinge oder Menschen, sonst ergeht es einem wie den dummen Tauben.

Ein Taubenpaar hatte sich gefunden, der Taubenmann baute ein Nest für die Taubenfrau und ihr gemeinsames Leben begann.

Bei waren ganz in ihren ehelichen Pflichten gefangen. Ihre Herzen waren durch Leidenschaft gebunden, jeder erfreute sich am anderen. Alles taten sie gemeinsam, sie waren das perfekte Liebespaar des Waldes.

Die Taubenfrau umschmeichelte ihren Gatten und er erfüllte ihr jeden Wunsch, egal unter welchen Schwierigkeiten er zu erfüllen war. In ihrer Gegenwart hatte er seine Sinne nicht unter Kontrolle.

Die Taubenfrau wurde schwanger, legte ihre Eier und bald schlüpften die Jungen. Die Eltern verloren sich in Zuneigung zu ihren Kindern, nichts taten sie lieber, als ihrem zarten Zirpen zu lauschen.

Die Vöglein wuchsen heran, bald waren sie soweit, dass sie die ersten Flugversuche unternahmen. Nichts machte die Eltern glücklicher, als ihnen zuzuschauen.

Wie jeden Tag flog das Paar davon, um feinste Nahrung für den Nachwuchs zu suchen. Nur das Beste war gut genug, zu lange waren sie an jenem Tag weg. Ein Jäger war im Wald unterwegs, fand das Nest und nahm die kleinen Tauben mit.

Als die Eltern zurückkamen sah die Taubenfrau als erste, dass ihre Kinder in des Jägers Netz gefangen waren. Überwältigt von Zuneigung, alle Vorsicht vergessend flog sie in Panik zu ihnen und wurde ebenfalls von dem Jäger gefangen.

Der Taubenmann, seine Kinder und seine Gattin im Netz sehend, begann zu wehklagen: ‚Das ist mein Untergang. Meine Frau und ich wir waren füreinander geschaffen. Doch nun hat sie mich für unsere Kinder aufgegeben und wird mit ihnen in den Himmel eingehen.

Meine Frau ist tot, meine Kinder sind tot, ich bin nun ganz allein. Welchen Sinn hat mein Leben noch? Nie werde ich diesen Schmerz überwinden.‘ Unvorsichtig geworden wurde auch er von dem Jäger gefangen.

Wer sich zu sehr an die Familie bindet, wer seine Sinne an weltliche Freuden verliert, dem wird es ergehen wie dem Taubenpaar.

Die Tore zur Befreiung stehen offen dem, der menschliche Geburt erlangt hat. So er diese nicht nutzt ist es, als besteige er eine Leiter, nur um wieder von ihr auf den Boden zu springen.‘

Die Geschichte von Pingala

Der Weise sprach: ‚Oh König, das verkörperte Wesen erfährt Zufriedenheit und Unzufriedenheit. Ein mit Unterscheidungskraft Begabter strebt nicht nach sinnlichen und materiellen Freuden.

Der Python folgend ernähre man sich von dem was kommt, mag die Nahrung schmackhaft oder fade, üppig oder dürftig sein.

Bleibt die Nahrung aus, dann faste man und sehe dies als den Willen Gottes. Wie die Python bleibe man ruhig und gelassen.

In Bezug auf Materie bleibe man wunschlos, seinem Körper messe man nicht zu viel Aufmerksamkeit bei. Trotz geistiger und physischer Stärke sei man frei von Gier nach Zuwachs. Man bescheide sich mit dem Nötigsten.

Nach außen hin sei man zufrieden und froh, im Inneren sei man ernsthaft und bedächtig. Nie lasse man sich aus der Ruhe bringen, man sei stets wie der stille Ozean.

Während der Regenzeit fließen die angeschwollenen Flüsse hin zum großen Ozean. Während der Trockenzeit reduzieren die Flüsse ihr Angebot an Wasser. Doch steigt der Ozean nicht während der Regenzeit und trocknet nicht aus während der Trockenzeit.

Ebenso erfährt der Mensch manchmal Überfluss und manchmal Mangel. Der Weise erfreut sich nicht an Überfluss und leidet nicht unter Mangel.

Wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat erfährt Erregung beim Anblick einer Frau. Spricht sie mit feiner Stimme, lächelt sie kokett, bewegt sie sich sinnlich, so ist der Geist des Mannes sofort gefangen und er verfällt blindlings der Lust. Die Motte findet, angezogen durch das Licht, im Feuer ihren Tod.

Der Weise esse nur so viel wie nötig ist um seinen Körper zu erhalten. Er gehe von Tür zu Tür und nehme was ihm gegeben wird.

Die Biene nimmt den Nektar aller Blüten, großer und kleiner, in sich auf. Der Weise nehme die Essenz aller Religionen in sich auf.

Der Weise lege keine Vorräte an. Seine Hand sei sein Teller, sein Bauch sei sein Speicher. Er orientiere sich nicht an der Honigbiene, die Honig hortet.

Der Weise berühre kein weibliches Wesen. Körperlicher Kontakt zu einer Frau vernebelt seine Sinne und er wird der Illusion anheimfallen wie der Elefant, der aufgrund der Attrappe von einer Elefantin dem Jäger in die Falle geht.

Dem Gierigen ergeht es wie der Honigbiene. Fleißig und mühevoll sammelte sie den Honig, der ihr irgendwann von einem Menschen genommen wird, der ihn entweder selbst genießt oder verkauft. Egal wie gut man seinen Reichtum schützt, es kommt stets einer, der weiß wie man ihn stiehlt.

Der Weise halte sich fern von Musik, die ihm sinnliche oder materielle Freude verspricht. Er nehme sich das Reh als Beispiel, das, gebannt durch das Horn des Jägers, diesem in die Falle geht.

Selbst der große Weise Rishyasringa verfiel dem Anmut singender und tanzender Frauen. (Die Geschichte von Rishyasringa finden sie bei Interesse hier)

Der Fisch schnappt, um seine Zunge zu erfreuen, nach dem Angelhaken des Fischers. Der Weise halte seinen Geschmackssinn unter Kontrolle. Dies übe er durch regelmäßiges Fasten.

In Videha lebte die Prostituierte Pingala. Höre was sie mich lehrte.

Ihre schöne Gestalt zur Schau stellend wartete Pingala vor dem Tor auf einen Freier. Viel Geld wollte sie verdienen und jeden Mann der vorbeikam schätzte sie nach seinem Vermögen ab. Jeden hatte sie bisher abgewiesen in dem Glauben, der nächste hätte sicher noch mehr Geld.

Im Laufe der Nacht wurde sie missmutig, wurde ihrer Lage überdrüssig und konnte Abstand gewinnen. Ablösung von Anhaftung ist wie ein Schwert, das die Fessel von Hoffen und Wünschen durchtrennt.

Pingala erkannte: ‚Gier hat mich übermannt. Weil ich meine Sinne nicht unter Kontrolle habe ersehne ich Lust durch einen dahergelaufenen Mann. Wie dumm war ich nur, dass ich mich nicht nach dem sehnte, der in meinem Herzen wohnt, nach dem Herrn des Universums, der allein Glückseligkeit gewähren kann. Ihn, den Urgrund allen Seins habe ich vergessen und mich Männern hingegeben, die mir nichts als Leid brachten.

Ich habe meine Seele gefoltert. Ich habe meinen Körper verkauft. Geld und Lust habe ich verehrt. Ich habe fälschlicherweise geglaubt ich sei dieser physische Körper, doch ist er nur das Haus der Seele.

Der höchste Herr allein ist unser Halt. Er ist die höchste Seele, die in jedem Herzen weilt. Ich werde mich Ihm allein nur noch hingeben und mich an Ihm erfreuen wie Lakshmi.

Ich habe die Anhaftung an Sinne und Materie überwunden, eine seligmachende Kraft, Vishnu, ist in mein Herz eingezogen. Etwas muss ich getan haben, das Ihn erfreute.

Wer die Anhaftung überwunden hat kann die Fessel der Welt, der Gesellschaft, der Freundschaft und der Liebe lösen. Wer von Leid übermannt ist, der kann, aufgrund von Hoffnungslosigkeit, ebenso die Anhaftung besiegen. Mein Leid ließ dies geschehen. So bin ich doch vom Glück begünstigt durch die Gnade des Herrn. Er allein soll nun meine Zuflucht sein, ist Er doch der Quell aller Freude.

Die göttliche Begabung des Menschen wird von der Sinneslust gestohlen und so fällt er in den dunklen Schacht der Materie. In diesem Schacht bewacht ihn die tödliche Schlange Zeit. Keiner außer dem höchsten Herrn kann den Menschen aus dieser hoffnungslosen Situation befreien.‘

Pingala befreite sich aus den Fesseln ihrer Sinne und versenkte sich in tiefe Meditation.

Die Nichtigkeit der Materie

Avadhuta sprach:

‚Jeder fühlt sich zu bestimmten Dingen der materiellen Welt hingezogen. Diese Anhaftung führt zu Leid. Wer dies erkennt gibt die Gier nach Besitz auf und erlangt ewige Glückseligkeit.

Eine Gruppe Falken war auf der Jagd. Sie fanden kaum Beute. So griffen sie einen schwachen Falken an, der ein Stück Fleisch im Schnabel trug. Der Falke ließ das Fleisch fallen und erfuhr Beglückung.

Familien sind stets in Sorge um Heim, Kinder und guten Ruf. Ich bin frei von alledem. Ich schere mich nicht um Ehre, ich genieße das Leben und wandle auf Erden wie ein Kind.

Zwei Wesen sind frei von Furcht und durchdrungen von Freude, der kindliche Narr und der höchste Herr.

Eine junge Frau war alleine zu Hause, als drei Herren erschienen, die interessiert waren, sie zu heiraten. Sie empfing sie mit aller Gastfreundschaft.

Sie begann mit den Vorbereitung für das Essen. Als sie den Reis schälte klimperten ihre Armreifen.

Da sie fürchtete, die Herren würden sie für am halten, weil sie den Reis selbst schälen musste, nahm sie einen Teil der Armreifen ab und behielt nur zwei an jedem Arm an.

Doch wieder klimperten die Armreifen, sie nahm je einen weg und nun konnte sie ohne Geräusch den Reis schälen.

Wenn viele Menschen zusammenleben kommt es unweigerlich zu Auseinandersetzungen. Selbst wenn nur zwei Menschen zusammenkommen sind Unstimmigkeiten vorprogrammiert. Deshalb, um Konflikte zu vermeiden, lebe der Weise alleine, das lernte ich aus dem Beispiel der Armreifen der jungen Frau.

Nachdem man einen festen Sitz eingenommen und die Atmung unter Kontrolle gebracht hat gilt es, den Geist zur Ruhe zu bringen. Dazu fixiere man ihn auf den höchsten Herrn.

So wird er klar und frei von Begehren, das Feuer der materiellen Sehnsüchte erlischt. Man erkennt das Objekt der Meditation, den höchsten Herrn.

So das Bewusstsein auf den höchsten Herrn gerichtet ist, löst sich die Dualität auf, innen und außen fließen zusammen. Das Beispiel ist der Pfeilemacher, der so in seine Arbeit versunken war, dass er nicht bemerkte, dass der König neben ihm stand.

Der Weise lebe allein und ohne festen Wohnsitz. Er sei unauffällig und spreche nur das Nötigste.

Wir leben in einem vergänglichen Körper, ein glückliches Zuhause aufzubauen ist Illusion. Die Schlange lebt friedlich in einem Bau, der von anderen gegraben wurde.

Der Herr des Universums, Narayana, ist der von gebundenen und befreiten Seelen zu verehrende Herr. Wie die Spinne den Faden, so entlässt Er dieses Universum aus Sich und nimmt es am Ende der Zeit wieder in Sich auf.

So die verkörperte Seele, sei es aus Liebe, Hass oder Furcht, ihren Geist auf eine Gestalt richtete, wird sie zu dem werden auf das sie meditiert.

Eine Wespe nahm ein Insekt in ihrem Stock gefangen. Vor Furcht meditierte das Insekt auf seinen Fänger und erlangte das Leben einer Wespe.

Oh König, von all diesen Wesen empfing ich große Weisheit, nun höre was mich mein eigener Körper lehrte.

Mein Körper lehrte mich Loslösung. Da er Verfall und Tod ausgeliefert ist kommt es stets zu einem leidvollen Ende. Losgelöst von ihm wandle ich auf dieser Welt.

Der am Körper anhaftende Mann hortet Geld für Frau, Kinder, Besitz, Tiere, Diener und Freunde. All dies tut er, um seinen Körper zu erfreuen. Der Baum trägt den Samen für den nächsten Baum, der Körper trägt den Samen in Form von Karma für die nächste Geburt.

Ein Mann der mehrere Frauen hat wird zwischen ihnen zerrieben. Jede verlangt nach ihm, um ihre eigenen Interesse zu befriedigen. Ähnlich machen es die Sinne mit der gebundenen Seele. Die Zunge verlangt nach schmackhaftem Essen, der Durst sehnt sich nach einem kühlen Getränk, die Sexualorgane rufen nach Befriedigung, die Haut wünscht zarte Berührung. Der Bauch will gefüllt werden, die Ohren erwarten feine Klänge, die Nase möchte Duft einatmen die Augen gieren nach schönen Objekten. Die Sinne verlangen Befriedigung und foltern die Seele.

Der Herr erschuf unzählige Formen, Pflanzen, Bäume, Schlangen, Vögel, doch Sein Herz war nicht zufrieden. So schuf Er den Menschen, in dessen Körper die gebundene Seele fähig ist, höchste Erkenntnis zu erlangen. Und Er war zufrieden. Doch erst nach vielen Geburten und Toden erlangt man diese wertvolle menschliche Geburt.

Obwohl das Absolute Eines ohne ein Zweites ist, beschreiben es die Weisen in vielfältiger Weise.‘

Krishna sprach:

Nachdem der Weise Avadhuta so zu König Yadu gesprochen hatte verneigte dieser sich vor ihm und verabschiedete sich.

Oh Uddhava, nachdem König Yadu, der einer unserer Vorväter ist, dies alles vernommen hatte wurde er von materieller und sinnlicher Anhaftung frei und sein Geist klar.