Skip to content

Gitamahatmya

Gitamahatmya, die Herrlichkeit der Bhagavad Gita, wird von Shiva gesprochen. Parvati bat Ihn, Ihr von der Herrlichkeit der von Krishna geoffenbarten Bhagavad Gita zu erzählen. (Krishna und Vishnu sind eins, Shiva wird als Krishna untergeordnet betrachtet.) Shiva wiederholt, was Vishnu Lakshmi erzählte. Vaikuntha ist das Reich Vishnus. Ein Bhakta ist ein dem Herrn Hingegebener.

 

Die Herrlichkeit des ersten Kapitels

Susharma war in eine Brahmanen Familie geboren, dennoch war er ein schlechter Mensch. Er liebte es, andere zu demütigen, seinen Lebensunterhalt verdiente er damit, dass er Teller und Becher aus Blättern fertigte und verkaufte. Eines Tages betrat er den Garten eines Weisen, um Blätter zu sammeln, da wurde er von einer Schlange gebissen und starb. Aufgrund seines schlechten Lebenswandels landete er in der Unterwelt, wo er lange Zeit zu leiden hatte.

Danach wurde er als Bulle wiedergeboren. Ein verkrüppelter Mann kaufe ihn und er musste tagaus tagein schwere Lasten schleppen. Eines Tages konnte er die Last nicht tragen und fiel in Ohnmacht. Die Umstehenden fühlten mit dem Tier und übertrugen ihm die Resultate einiger ihrer guten Taten. Eine Prostituierte, die sich sicher war, nie etwas Gutes getan zu haben, kam dazu. Sie wollte es den anderen gleich tun und sammelte das wenige Gute zusammen, an das sie sich erinnern konnte.

Der Bulle starb und ging in das Reich des Todes, zu Yama, ein. Yama erklärte ihm: ‚Weil eine Prostituierte dir ihre guten Taten übertragen hat sind deine schlechten Taten dir vergeben‘.

Susharma wurde wieder als Brahmane geboren, diesmal konnte er seine vergangenen Leben erinnern. Er wollte die Prostituierte finden, die ihn gerettet hatte. Als er sie gefunden hatte fragte er sie, welche guten Taten sie vollbracht habe. Sie erklärte ihm, dass ihr Papagei täglich die Verse des ersten Kapitels der Bhagavad Gita rezitierte und er damit ihr Herz geklärt hätte.

Danach sprach der Papagei über seine Rezitation. In seinem vergangenen Leben war er ein stolzer Brahmane, der andere erniedrigt hatte. Deshalb wurde er als Papagei wiedergeboren. Als Papagei hörte er stets die Rezitationen der Weisen des ersten Kapitels der Bhagavad Gita und so wurde er geläutert. Nachdem er an die Prostituierte verkauft wurde rezitierte er die Verse weiter. Susharma ging sofort in Vaikuntha ein.

 

Die Herrlichkeit des zweiten Kapitels

Einst erfreute der Brahmane Devasharma die Götter, doch blieb er unglücklich, denn er wollte die absolute Wahrheit erfahren. Er sprach deshalb mit vielen Weisen und diente ihnen. Eines Tages traf er einen Yogi, der seinen Frieden gefunden hatte und die materiellen Wünsche überwunden hatte. Der Yogi hatte das vollkommene Wissen über die höchste Persönlichkeit Gottes erlangt. Er riet Devasharma, sich mit Mitravan, einem Ziegenhirten in Asaupura, zu treffen und sich von ihm über die Erkenntnis Gottes belehren zu lassen.

Devasharma bedankte sich bei dem Yogi und suchte Mitravan auf, der im Wald an den Ufern eines Flusses weilte. Mitravan sah friedlich aus und seine Ziegen waren furchtlos, einige saßen mit Tigern zusammen. Der Friede übertrug sich auf Devasharma und er sprach Mitravan in Bezug auf Hingabe zu Krishna an.

Mitravan erzählte ihm die folgende Geschichte: ‚Einst griff mich in diesem Wald ein Tiger an. Die Ziegen und ich rannten davon. Doch eine Ziege wurde von dem Tiger gefangen. Dann geschah das Wunder, der Tiger ließ von der Ziege ab und es verlangte ihn ab diesem Tag nicht mehr nach Ziegenfleisch.‘ Mitravan beschrieb, dass Tiger und Ziege zu ihm kamen und ihn fragten, was geschehen sei. Mitravan erzählte von einem Affen, der ihm die Geschichte von Sukama schilderte.

Sukama hatte einen Weisen erfreut, da er ihn speiste und mit süßen Worten verehrte. Der Weise gab Sukama das zweite Kapitel der Bhagavad Gita, auf einen Stein niedergeschrieben. Der Weise hieß Sukama, das Kapitel täglich zu rezitieren. Sukama befolgte den Rat und erlange schnell das Wissen über Krishna. Aufgrund seiner hingebungsvollen Askese an dem Ort an dem Mitravan und der Affe weilten, leidet niemand der hierher kommt Hunger oder Durst und erlang vollkommenen Frieden.

Danach erklärte Mitravan Devasharma, dass er, der Tiger und die Ziege den Stein in einem Tempel fanden und begannen, das zweite Kapitel der Bhagavad Gita täglich zu rezitieren. So erlangen sie schnell Hingabe zu Krishna. Devasharma beschloss, Mitravans Beispiel zu folgen. In seinem Dorf rezitieren nun alle Einwohner das zweite Kapitel der Bhagavad Gita. So erlange Devasharma die Gnade der Lotusfüße Krishnas.

 

Die Herrlichkeit des dritten Kapitels

Jada war ein Brahmane, der seinen Wohlstand verschwendet hatte durch Spielen, Trinken, Jagden und Besuche bei Prostituierten. Eines Tages verdiente er auf einer Handelsreise eine große Menge Geld. Auf dem Heimweg übernachtete er an einem einsamen Ort. Diebe raubten ihn aus und ermordeten ihn. Aufgrund seines untugendhaften Lebens wurde er im nächsten Leben ein Geist.

Jadas Sohn war, im Gegensatz zu seinem Vater, ein religiöser Mann und las in den Vedischen Schriften. Als der Vater lange nicht zurück kam machte er sich auf die Suche. Bald traf er auf jemandem, der ihm erzählte was geschehen war.

Jadas Sohn ging sofort nach Gaya, um Vishnu zu verehren, damit sein Vater aus dem Körper des Geistes befreit würde. Auf dem Weg nach Gaya machte der Sohn eine Pause, um Krishna zu verehrten, zufällig an dem Baum, an dem der Vater getötet wurde. Sobald er das dritte Kapitel der Bhagavad Gita rezitierte erschall eine Stimme aus dem Himmel. Er sah nach oben und erkannte seinen Vater, der sich in ein schönes Wesen verwandelt hatte, sein Körper war dunkel wie die Regenwolke. Er hatte vier Arme, war in gelbe Seide gekleidet und sein Körper strahlte in alle Richtungen aus.

Der Vater sprach: ‚Mein lieber Sohn, durch deine Rezitation des dritten Kapitels der Bhagavad Gita hast Du mich von der Gestalt des Geistes befreit. Gehe nun nach Hause. Der Grund, warum du nach Gaya wolltest, hat sich bereits erfüllt. Dann bat der Vater seinen Sohn, auch andere untugendhafte Familienmitglieder zu befreien. Der Sohn versprach, so lange das dritte Kapitel der Bhagavad Gita zu rezitieren, bis alle aus der Unterwelt befreit sein würden.

Ein Luftwagen aus Vaikuntha erschien und nahm den Vater mit in dieses höchste Reich. Der Sohn ging nach Hause uns rezitierte das dritte Kapitel täglich vor dem Bildnis Krishnas. Nach einiger Zeit sandte Vishnu seine Boten, die Vishnudutas, zu Yama, dem König der unteren Welten. Die Vishnudutas erklärten Yama, dass Vishnu Ihn grüße und Ihn bitte, die genannten Seelen frei zu lassen. Yama entließ sie sofort.

Danach machte Sich Yama auf nach Shvetadvipa, um Vishnu zu treffen. Yama fand Ihn ruhend auf Seiner Schlange Ananta Shesha, während Lakshmi Ihm die Füße massierte. Sein Körper strahlte wie Millionen Sonnen und die Weisen und Götter saßen um Ihn herum und lobpriesen Ihn. Auch Yama huldigte Vishnu und sprach: ‚Großer Vishnu, Du bist der Wohltäter aller bedingten Seelen, deine Herrlichkeit kennt keine Grenzen. Dir sind die Veden entströmt. Du bist die Zeit und der Ursprung der Zeit. Du bist Ursache und Erhalter der drei Welten und Du wirst sie zerstören. Du bist die höchste Seele, die eines jeden Handlungen leitet. Du bist der Herr des Universums und das Ziel aller Bhaktas. Oh Lotusäugiger, nimm Meine Ehrerbietung an.‘

Vishnu sprach: ‚Mein lieber Yama Du hast Meinen Segen, kehre zurück in Dein Reich.‘ Jadas Sohn wurde in das Reich Vishnu gebracht.

 

Die Herrlichkeit des vierten Kapitels

Der Weise Bharata lebte an den Ufern der Ganga, dort rezitierte er täglich das vierte Kapitel der Bhagavad Gita. Einst ging er auf Pilgerreise nach Tapodhana, wo er die Schau Krishnas hatte. Auf seinem Weg nach Hause rastete er unter zwei Bäumen. Die Wurzel des einen Baumes war sein Kissen, die Wurzel des anderen Baums seine Fußstütze. Wie immer rezitierte er das vierte Kapitel der Bhagavad Gita. Als Bharata den Platz verließ vertrockneten die Bäume und starben ab. Die beiden Seelen, die in den Bäumen gefangen waren, wurden als Töchter eines ehrenhaften Brahmanen wiedergeboren.

Als sie sieben Jahre alt waren gingen sie auf Pilgerreise und trafen den Weisen Bharata. Sie fielen ihm zu Füßen und sprachen: ‚Oh großer Bharata, durch deine Gnade wurden wir aus den Bäumen befreit.‘ Bharata war überrascht dies zu hören.

Dann erzählten die Mädchen Bharata ihre Geschichte: ‚In unserem früheren Leben waren wir Apsaras, himmlische Nymphen. Eines Tages beauftragte uns Indra, der König der Götter, die angesammelten Kräfte des Weisen Satyatapa zu brechen, die er durch härteste Askese an den Ufern des Godavaris angesammelt hatte. Satyatapa hatte die vollkommene Kontrolle seiner Sinne erreicht. Seine Hingabe an den höchsten Herrn war derart außergewöhnlich, dass Selbst Brahma ihn um Anleitung bat.

Nur Indra sah Satyatapas Reinheit und Erhebung mit Sorge, befürchtete Er doch, dass der kraftvolle Weise Ihm eines Tages Seine Position im Himmel streitig machen könnte. Um dies zu verhindern schickte uns Indra an die Ufer des Godavari. Wir tanzten vor Satyatapa und betörten ihn mit unserer Schönheit. Satyatapa verfluchte uns: ‚Ihr beide werdet Bäume an den Ufern der Ganga werden.‘

Wir fielen ihm zu Füßen und baten um Vergebung, erklärten ihm, dass wir nur auf Befehl Indras gehandelt hatten. Satyatapa hatte Mitleid mit uns und erklärte, dass wir nur so lange Bäume sein würden bis Bharata uns erlösen würde. Weiter segnete er uns mit der Gnade, unsere früheren Leben erinnern zu können.‘

Sie erinnerten Bharata an den Tag an dem er unter den Bäumen ruhte und das vierte Kapitel der Bhagavad Gita rezitierte. Nachdem er sie befreit hatte wurden sie in eine ehrenhafte Familie geboren. Sie haben alle Interessen am Genuss der materiellen Welt verloren. Sie selbst rezitieren das vierte Kapitel der Bhagavad Gita täglich und geben sich den Lotusfüßen Vishnus hin.

 

Die Herrlichkeit des fünften Kapitels

Der Brahmane Pingala lebte in Purukutsapura. Obwohl gebildet, hatte er kein Interesse am Studium der Schriften. Er unterbrach sein Studium und widmete sich der Musik, dem Gesang und dem Tanz. Er wurde so berühmt, dass der König ihn an den Hof holte. Das Zusammensein mit dem König machte ihn stolz und er begann, andere herabzusetzen. Er nahm Rauschmittel und beging Ehebruch.

Trotz seines zweifelhaften Lebenswandels war er mit Aruna verheiratet, sie gehörte in eine Familie der niederen Klasse und war ebenso untugendhaft wie Pingala, doch als er das bemerkte ermordete sie ihn. Danach genoss sie das Leben mit vielen Männern und bald befiel sie eine Geschlechtskrankheit. Ihr jugendlicher Körper wurde alt und bald starb sie. Beide, Pingala und Aruna, fielen tief in die unteren Welten, wo sie Qualen litten. In ihrem nächsten Leben wurde Pingala ein Geier und Aruna ein Papagei.

Als der Papagei auf Futtersuche war wurde er von dem Geier angegriffen. Doch der Geier konnte seine früheren Leben erinnern und erkannte, dass der Papagei einst seine Frau war. Nach einem Kampf fielen beide Vögel in einen mit Wasser gefüllten Menschenschädel. Beide wurden zu Yama gebracht, sie fürchteten sich, da sie sich ihrer Untaten bewusst waren. Doch Yama sprach: ‚Ihr seid von euren Untaten befreit, ihr dürft nach Vaikuntha gehen.‘

Völlig perplex fragten sie Yama, wie es sein könne, dass Wesen wie sie in Vaikuntha eingelassen würden. Yama erklärte ihnen, dass ein Bhakta Vishnus täglich das fünfte Kapitel der Bhagavad Gita rezitiert habe. Als dieser Bhakta vollkommen frei von Lust war verließ er seinen Körper und ging direkt nach Vaikuntha. Auch sein Körper war rein geworden und als die beiden Vögel nun mit dem Schädel dieses Bhaktas in Berührung kamen wurden sie geläutert und konnten direkt in Vaikuntha eingehen.

Als Pingala und Aruna über die Herrlichkeit des fünften Kapitels der Bhagavad Gita hörten wurden sie überglücklich, ein Blütenwagen kam und brachte sie nach Vaikuntha.

 

Die Herrlichkeit des sechsten Kapitels

König Janashruti regierte in der schönen Stadt Pratishthana, die an den Ufern des Godavaris lag. Er war ein tugendhafter Mensch, vollzog große Feueropfer, war freigiebig und ließ Brunnen graben.

Einst besuchten ein paar Götter den König in Gestalt von Schwänen. Als sie über den Palast flogen hörte der Gott Bhadrashva die anderen Schwäne über Janashrutis Erhabenheit zu sprechen, doch Bhadrashva lachte und sprach: ‚Ist König Janashruti so mächtig wie der Weise Raikva?‘

Der König hörte die Unterhaltung der Schwäne, als er auf dem Dach seines Palastes stand. Er bat seinen Kutscher, Raikva ausfindig zu machen. Der Kutscher machte sich auf den Weg und fand den Weisen in Kashmir, neben einem Tempel sitzend.

Der Kutscher fiel Raikva zu Füßen und fragte ihn wo er lebe und warum er hier sitze. Raikva antwortete: ‚Ich bin vollkommen zufrieden, ich ersehne nichts.‘ Der Kutscher verstand, kehrte zurück nach Pratishthana und berichtete dem König. Der König entschloss sich, Raikva selbst aufzusuchen. In seiner königlichen Kutsche, gefüllt mit wertvollen Geschenken, fuhren sie in Richtung Kashmir.

Als sie bei Raikva angekommen waren fiel ihm der König zu Füßen und breitete seine Gaben, Seide und Juwelen, vor dem Weisen aus. Der Weiße wurde ärgerlich und sprach: ‚Du einfältiger König. Nimm diese nutzlosen Dinge wieder mit und verlasse diesen Ort.‘ Mit Hingabe verneigte sich der König vor dem Weisen und bat um Vergebung: ‚Oh Weiser, wie ist es dir gelungen diese Stufe der Wunschlosigkeit und Hingabe zu erlangen?‘

Raikva erklärte dem König, dass er täglich das sechste Kapitel der Bhagavad Gita rezitiere. König Janashruti begann nun ebenfalls mit der Rezitation und schon nach kurzer Zeit holte ihn ein Blumenwagen nach Vaikuntha. Dort traf er Raikva, der in der Zwischenzeit ebenfalls in Vaikuntha eingegangen war, wo er den Lotusfüßen des höchsten Herrn diente.

 

Die Herrlichkeit des siebten Kapitels

Der Händler Shankukarna hatte derart viel Wohlstand angesammelt, dass selbst Könige zu ihm zum Speisen kamen. Einen Teil seines Wohlstandes hatte Shankukarna vergraben, er hatte keine Hingabe und vollzog nie die notwendigen Riten für die Ahnen. Einst, nachdem er das vierte Mal geheiratet hatte, ging er zu Bett und wurde von einer Schlange gebissen. Er starb. Er wurde als Schlangengeist wiedergeboren und lebte an dem Ort, an dem er seinen Wohlstand vergraben hatte. Als er es leid war, im Körper eines Geistes zu leben, erschien er seinen Söhnen im Traum und bat sie um Hilfe.

Als die Söhne erwachten sprachen sie über ihre Träume. Einer nahm eine Schaufel und ging an den Ort, den sein Vater beschrieben hatte. Er wusste nicht genau wo er den vergrabenen Wohlstand finden sollte, doch nach intensiver Suche fand er ein Schlangenloch. Als er zu graben anfing kam eine riesige Schlange heraus und fragte: ‚Wer bist du? Wer hat dich geschickt, um hier zu graben?‘ Um sein Leben fürchtend antwortete der Sohn: ‚Ich bin es, dein Sohn Shiva, dem du heute Nacht im Traum erschienen bist.‘

Die Schlange lachte und fragte, wenn er sein Sohn sei, warum er dann nicht die Ahnenriten durchgeführt habe, um ihn aus diesem grausamen Leben zu befreien. Der Sohn fragte, wie diese Riten zu vollziehen seien. Der Vater erklärte es ihm: ‚Nicht durch Wohltätigkeit oder Askese, sondern nur durch die Rezitation des siebten Kapitels der Bhagavad Gita kann ich aus dem Kreislauf von Geburt und Tod befreit werden.‘ Der Vater bat den Sohn, einen Brahmanen einzuladen, um das siebte Kapitel während der Ahnenriten zu rezitieren. Als die Zeremonie begann rezitierte der Brahmane das siebte Kapitel, Shankukarna war von seinem Schlangenkörper befreit und erlange die vierarmige Gestalt. Bevor er in Vaikuntha einging segnete er seine Söhne und erklärte ihnen, wo sein Wohlstand vergraben war.

Die Söhne begannen zu graben, doch ihr Geist war ganz auf Krishna gerichtet, so erbauten sie mit dem Wohlstand Tempel, gruben Brunnen und Wasserbecken und verteilten geheiligte Speise. Täglich rezitierten sie das siebte Kapitel der Bhagavad Gita und schon bald erreichten sie die Lotusfüße Krishnas.

 

Die Herrlichkeit des achten Kapitels

Der Brahmane Bhavasharma lebte in Amardakapura. Er hatte sich eine Prostituierte zur Frau genommen, aß Fleisch, berauschte sich, stahl und jagte. Eines Tages, nach vielen Bechern Wein, erkrankte Bhavasharma und starb nach kurzer Zeit. Er wurde als Dattelpalme wiedergeboren.

Eines Tages rasteten zwei Geister unter der Palme. Sie hatten aufgrund ihrer früheren Leben den Körper eines Geistes erhalten. Einer von ihnen war der in den Veden belesene Brahmane Kusibala, der andere war sein Frau Kumati. Kusibala und Kumati waren in ihrem früheren Leben gierig, sie nahmen nur, doch gaben anderen nichts. Darum wurden sie Geister.

Als sie unter der Palme rasteten fragte die Frau ihren Mann, wie sie ihre Taten sühnen könnten. Er erklärte ihr, dass nur mit dem Wissen über Brahman (das ewige Göttliche) und das Selbst (das ewige Göttliche in uns) die Untaten geläutert werden könnten. Sie fragte: ‚Was ist Brahman? Was ist das Selbst?‘ Zufällig rezitierte sie die ersten beiden Zeilen des achten Kapitels der Bhagavad Gita.

Sofort wurden Bhavasharma und seine Frau von dem Baum-Körper befreit, ein göttliches Fahrzeug erschien und brachte sie nach Vaikuntha. Dort schrieb Bhavasharma die zwei Zeilen der Bhagavad Gita nieder und ging nach Kashipuri, mit dem Vorhaben, Krishna zu verehren und sich der Askese zu unterziehen. Stetig rezitierte er die beiden Zeilen: ‚kim tad brahma kim adhyatmam kim karma purushottama‘. (Was ist Brahman, was ist das Selbst, was ist Handlung?)

Nach einiger Zeit erwachte Vishnu in Vaikuntha und erhob Sich. Lakshmi fragte was Ihn aufgeweckt habe. Vishnu antwortete; ‚Lakshmi, in Kashipuri, an den Ufern der Ganga, vollzieht ein Bhakta von Mir Askese, indem er stetig einen halben Vers des achten Kapitels der Bhagavad Gita rezitiert. Schon lange denke Ich darüber nach, wie Ich ihn dafür belohnen kann.‘ Shiva erklärte Parvati, dass Bhavasharma von Vishnu einen Platz in Vaikuntha erhielt, wo er für ewig Seinen Lotusfüßen dienen durfte. Auch seine Frau und seine Ahnen erreichten die Lotusfüße von Vishnu.

 

Die Herrlichkeit des neunten Kapitels

Der Brahmane Madhava lebte in Mahishmati. Er befolgte die Veden und war so belesen, dass er reichlich Gelder einnahm, mit denen er große Opfer durchführte. Eines Tages allerdings, als er eine Ziege dem Opferfeuer darbringen wollte, lachte diese und sprach: ‚Oh Brahmane, was ist der Nutzen dieser Opfer, die nur den Kreislauf von Geburt und Tod am Leben halten. Schau mich an, ich habe unzählige Opfer durchgeführt.‘

Madhava fragte die Ziege, was sie im früheren Leben getan habe, dass sie als Ziege wiedergeboren wurde. Jeder der um das Feuer sitzenden Anwesenden war auf die Antwort der Ziege neugierig. Die Ziege erzählte, dass sie ein den Riten verpflichteter Brahmane gewesen sei. Seine Frau bat ihn, Durga eine Ziege zu opfern, damit ihr Kind von einer Krankheit genese.

Als der Brahmane die Ziege opferte verfluchte sie ihn: ‚Du niederster von allen. Du nimmst meinen Kindern den Vater. Du sollst als Ziege wiedergeboren werden.‘ So geschah es, der Brahmane starb und wurde als Ziege wiedergeboren, durch die Gnade Krishnas konnte er sich seiner früheren Leben erinnern.

Die Ziege fuhr fort: ‚In Kurukshetra lebte König Candrasarma, er gehörte zur Sonnen Dynastie. An einer Sonnenfinsternis entschloss sich der König, einem Brahmanen einen Shudra (Arbeiter) zu schenken. Er brachte diesen Shudra mit Hingabe dem Brahmanen dar, als zwei Candalas (Hundeesser) aus seinem Körper erschienen und in den des Brahmanen eingingen. Der Brahmane allerdings blieb unberührt und rezitierte das neunte Kapitel der Bhagavad Gita.

Der König war wie gelähmt. Er fühlte sich erst wieder wohl, als die Vishnudutas erschienen. Sie vertrieben den Shudra aus dem Körper des Brahmanen. Dann fragte der König den Brahmanen: ‚Oh du Gelehrter, wer waren die beiden Persönlichkeiten und welche Mantren hast du rezitiert? Welche Gottheit hast du angerufen?‘

Der Brahmane erklärte, dass die personifizierte Untat in der Gestalt zweier Candalas erschienen sei. Er rezitierte das neunte Kapitel der Bhagavad Gita, das aus allen gefährlichen Situationen befreit. Er erklärte dem König, dass man durch das Rezitieren dieses Kapitel stets die Lotusfüße Krishnas anrufen könne. Der König lernte die Rezitation des neunten Kapitels und erreichte schnell Krishnas Lotusfüße. Als Madhava diese Erzählung der Ziege hörte, ließ er sie sofort frei und rezitierte ab sofort täglich das neunte Kapitel der Bhagavad Gita.

 

Die Herrlichkeit des zehnten Kapitels

In Kashipuri wohnte der Brahmana Dhirabuddhi, den Shiva liebte und beschützte. Seine Sinne waren stets auf Krishna gerichtet. Bhringiriddhi, ein Verehrer Shivas fragte Ihn, durch welche Taten Dhirabuddhi Seine Gunst erlangt habe. Shiva antwortete ihm: ‚Als Ich einst im Mondlicht saß begann ein schrecklicher Sturm. Ein Schatten war zu erkennen und ein großer Vogel, dunkel wie die Regenwolke, erschien. Dieser Vogel sprach zu Mir: ‚Oh Mahadeva, Ehre sei Dir, Du bist die Zuflucht aller. Unendlich ist Deine Herrlichkeit, Du beschützt alle Wesen. Brihaspati, der Lehrer der Götter, lobpreist Dich. Selbst Ananta Shesa, die Schlange mit den tausend Häuptern, kann Dich nicht beschreiben, wie sollte es mir gelingen, bin ich doch nur ein Schwan.‘

Shiva fragte den Schwan, warum er diese dunkle Farbe einer Krähe habe. Der Schwan, der sich als das Reittier Brahmans zu erkennen gab, erzählte Shiva eine Geschichte: ‚Einst schwamm ich auf einem idyllischen See, als ich weiterfliegen wollte fiel ich hinab und mein Körper wurde schwarz. Ich wunderte mich und hörte eine Stimme aus den Lotuspflanzen: ‚Oh Schwan, stehe auf. Ich erzähle dir, warum du gefallen und schwarz geworden bist.‘ Ich schwamm in die Mitte des Sees, wo ich fünf wunderschöne Lotusblüten sah, aus ihnen entstand eine hübsche Frau.

Sie erklärte mir, dass ich über sie hinweggeflogen sei, was eine Demütigung war und ich deshalb schwarz wurde. Da es ihr Leid tat rief sie mich zurück. Die Frau hatte besondere Kräfte, sie erzählte mir wie sie sie erlangte: ‚In meinem früheren Leben war ich Sarojavadana, eine keusche junge Frau, die ihrem Ehemann treu diente. Eines Tages fand ich einen schwarzen Vogel und weil ich mich um ihn kümmerte wurde ich bei meinem Mann nachlässig. Deshalb, so erklärte mir mein Mann, würde ich im nächsten Leben ein Vogel werden, was dann auch geschah. Doch da ich keusch war kam ich in Kontakt mit Weisen und eine ihrer Töchter kümmerte sich um mich. Während ich mich bei den Weisen aufhielt hörte ich die Rezitation des zehnten Kapitels der Bhagavad Gita jeden Morgen und jeden Abend. So erhielt ich den Körper einer Apsara, einer Nymphe, die das Wasser liebte und ihre Gestalt wandeln konnte. Als Apsara hieß ich Padmavati.‘

Eines Tages sah ich die schönen Lotuspflanzen in diesem See und ich genoss das Wasser. Da erschien der Weise Durvasa und sah mich nackt. Aus Furcht vor ihm nahm ich die Gestalt der fünf Lotuspflanzen an. Durvasa verfluchte mich, hundert Jahre als Lotus leben zu müssen. Zum Glück erinnerte ich mich an das zehnte Kapitel der Bhagavad Gita. Heute wurde ich von dem Fluch befreit. Wenn du von mir das zehnte Kapitel hörst kannst auch du aus deiner Situation befreit werden.‘ Als Padmavati die Rezitation des zehnten Kapitels beendet hatte kam ein himmlischer Wagen und brachte sie nach Vaikuntha.
Danach ging ich zu Shiva, brachte Ihm eine Lotusblüte dar und erzählte Ihm die Geschichte. Als ich geendet hatte gab ich meinen Körper auf und wurde als Dhirabuddhi wiedergeboren. Von Kindheit an rezitierte Dhirabuddhi stetig das zehnte Kapitel der Bhagavad Gita.

 

Die Herrlichkeit des elften Kapitels

In Meghankara, der Stadt des herrlichen Jagadishvara (Herr des Universums) Tempels lebte der Brahmane Sunanda. Er war zeitlebens ein Entsagter und rezitierte vor Jagadishvara das elfte Kapitel der Bhagavad Gita, damit konzentrierte er sich auf die universelle Gestalt des Herrn.

Sunanda und seine Gefährten gingen auf Pilgerreise. Sie erreichten die Stadt Vivahamandapa wo sie in einem Gästehaus übernachteten. Als Sunanda erwachte waren seine Begleiter verschwunden. Er ging hinaus, um sie zu suchen. Er traf auf den Dorfvorsteher, er wusste zwar nicht wo seine Begleiter geblieben waren, doch fiel er Sunanda zu Füßen, denn er erkannte, dass Sunanda ein einmaliger Bhakta war. Er bot Sunanda an, in der Stadt zu bleiben, Sunanda nahm das Angebot gerne an.

Nach acht Tagen kam ein Dorfbewohner zu Sunana, laut weinend, da sein Sohn von einem Dämon verschlungen wurde. Sunanda fragte: ‚Wo wohnt der Dämon und wie konnte er deinen Sohn verschlingen?‘ Der Dorfbewohner antwortete, dass dieser Dämon täglich Dorfbewohner verschlinge und dafür das Dorf beschütze. Um genug Mahlzeiten für ihn zu haben bauten sie ein Gästehaus, dessen Bewohner er regelmäßig verspeise.

Dann beschrieb der Dorfbewohner wie sein Sohn verschlungen wurde. Die Nacht zuvor kam ein Freund seines Sohnes zu Besuch. Da die Dorfbewohner nicht wussten, wer der Freund war brachten sie ihn im Gästehaus unter. Sein Sohn erfuhr davon und versuchte noch, seinen Freund zu retten, doch es war zu spät, der Freund war bereits verspeist. Unglücklicherweise wurde er, zusammen mit ein paar Gästen, auch verspeist.

Danach befragte der Dorfbewohner den Dämon, warum er seinen Sohn verspeist habe und ob er ihn irgendwie zurück haben könnte. Der Dämon erklärte, dass er nicht wusste, dass einer der Gäste sein Sohn war, er aß einfach alle Anwesenden auf. Es gebe nur eine Möglichkeit, ihn zurück zu erhalten, wenn er aus seinem dämonischen Körper erlöst würde. Dies könne nur eine Person erreichen, die täglich das elfte Kapitel der Bhagavad Gita rezitiere.

Der Dämon erklärte weiter, dass er einen Brahmanen nicht verspeist habe, weil er spürte, dass er regelmäßig das elfte Kapitel rezitiere. Wenn dieser Brahmane das elfte Kapitel rezitiere und ihn mit Wasser besprenkle würde er von seinen Fluch befreit werden.

Sunanda wollte wissen, was der Mensch im vorherigen Leben getan hatte, dass er einen Dämonenkörper annehmen musste. Der Dorfbewohner erzählte die Geschichte des Dämonen: ‚Ein Bauer sah wie ein Geier jemanden in den Feldern angriff. Als ein Yogi vorbeikam wollte er helfen, doch es war zu spät. Der Yogi wurde ärgerlich und erklärte dem Bauern, dass man Vishnu erfreue, wenn man in Not Geratenen helfe. Da er nicht geholfen habe verfluchte er ihn, als Dämon wiedergeboren zu werden.

Der Bauer gab zu verstehen: ‚Ich habe die Felder die ganze Nacht bewacht, ich war sehr müde, so sei barmherzig.‘ Der Yogi antwortete: ‚Wenn jemand, der täglich das elfte Kapitel der Bhagavad Gita rezitiert, Wasser auf dein Haupt sprenkelt wirst du von dem Fluch befreit sein.‘ Der Dorfbewohner bat Sunanda, Wasser auf des Dämonen Haupt zu sprenkeln. Sunanda war einverstanden.

Sie suchten den Dämon auf und Sunanda rezitierte das elfte Kapitel der Bhagavad Gita. Als er Wasser auf dessen Haupt sprenkelte erlange die Kreatur sofort die vierarmige Gestalt Vishnus. Nicht nur er, sondern all die Menschen die er verschlungen hatte, erhielten diese Gestalt und waren ebenso bereit, Vaikuntha zu erreichen. Bevor dies geschah wollte der Dorfbewohner wissen, wer sein Sohn sei, denn er wollte ihn mit nach Hause nehmen.

Eines dieser herrlichen Wesen sprach: ‚Viele Male warst du mein Sohn und viele Male war ich dein Sohn. Doch nun, aufgrund der Gnade dieses großen Bhaktas Sunanda, wurde ich von Geburt und Tod erlöst. Nun gehe ich in mein wahres Heim, Vaikuntha. Höre von Sunanda das elfte Kapitel der Bhagavad und auch du wirst das Vaikuntha erreichen. Da besteht kein Zweifel. Krishna sprach diese Worte auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra als Antwort auf Arjunas Fragen. Nur durch hören und rezitieren dieses Gespräches kannst du aus der Bindung von Geburt und Tod erlöst werden.‘

Danach stiegen der Sohn und alle anderen glücklichen Seelen auf nach Vaikuntha. Der Dorfbewohner lernte von Sunanda das elfte Kapitel der Bhagavad Gita und bald gingen beide, Sunanda und er, in Vaikuntha ein.

 

Die Herrlichkeit des zwölften Kapitels

In Kolhapura traf einst ein Prinz ein. Er nahm ein Bad und verehrte seine Ahnen, dann begab er sich zum Tempel von Lakshmi. Da Sie alle Wünsche erfüllt, brachte der Prinz Ihr seine Ehrerbietung dar und betete: ‚Oh Göttin, Dein Herz ist voll Barmherzigkeit, Du bist die, die das Glück gibt und die Mutter der Schöpfung. Du bist die herrliche Energie Vishnus, der die Welt erhält. Du schützt die Bhaktas, erfüllst deren Wünsche und dienst dem Herrn. Sei auch mir gnädig.‘

Lakshmi war bereit, ihm jeden Wunsch zu erfüllen. Der Prinz erklärte Ihr, dass sein Vater, König Brihadratha, ein Pferdeopfer durchgeführt hatte, doch krank wurde und starb. So blieb das Opfer unvollendet. Er wünsche nun, das Opfer zu vollenden, um des Vaters Wunsch zu erfüllen. Eines der Pferde sei gestohlen worden und er könne es nicht finden. Deshalb frage er Sie, nach diesem Pferd, das bereits für das Opfer geweiht war.

Lakshmi erzählte dem Prinzen von dem Brahmanen Siddhasamadhi, der nahe Ihres Tempels wohne. Er könne den Wunsch des Prinzen erfüllen. Der Prinz suchte Siddhasamadhi auf, der ihm erklärte: ‚Dich hat Lakshmi geschickt, deshalb erfülle ich dir deinen Wunsch.‘ Siddhasamadhi rief alle Götter an und bat Sie, das Pferd des Prinzen zu bringen, das von Indra gestohlen wurde. Sofort wurde das Pferd gebracht.

Der Prinz fiel Siddhasamadhi zu Füßen und fragte ihn, ob er auch seinen Vater wieder ins Leben bringen könne. Siddhasamadhi ging mit ihm an den Ort wo der Körper des Vaters des Prinzen lag. Siddhasamadhi rezitierte Mantren und besprenkelte das Haupt des toten Königs Brihadratha. Sofort richtete sich der Körper auf.

Als der König hörte was geschah lobpries er Siddhasamadhi und fragte ihn, wie er diese Kräfte erlangt habe. Siddhasamadhi antwortete: ‚Täglich rezitiere ich das zwölfte Kapitel der Bhagavad Gita.‘ Als der König das hörte lernte er das zwölfte Kapitel von Siddhasamadhi und innerhalb kurzer Zeit erreichte er die Lotusfüße Krishnas.

 

Die Herrlichkeit des dreizehnten Kapitels

In Hariharapura lebte der Brahmane Haridikshita. Er war belesen und lebte ein einfaches Leben in Zurückgezogenheit. Seine Frau allerdings wurde von den Menschen Durachara (schlechtes Benehmen) genannt wegen ihres zweifelhaften Lebenswandels. Sie berauschte sich an Drogen, sprach schlecht von ihrem Mann und verweigerte sich ihm, dafür baute sie eine Hütte im Wald wo sie ihre Liebhaber traf.

Eines Nachts machte sie sich auf den Weg zu der Hütte, doch der Liebhaber war nicht da, so wanderte sie durch den Wald, in der Hoffnung einen anderen zu finden. Als dies nicht gelang setzte sie sich nieder und weinte. Da kam ein hungriger Tiger, der sie verschlingen wollte. Doch sie sprach zu ihm: ‚Warum bist du gekommen? Wenn du mir das erzählt hast kannst du mich töten.‘

Der Tiger lachte und erzählte eine Geschichte: ‚In meinem letzten Leben war ich in eine Brahmanen Familie geboren. Doch ich war gierig und hatte meinen Geist nicht unter Kontrolle. Ich saß am Flussufer und vollzog Opfer für unlautere Menschen. Ich nahm Speise an von materialistischen Menschen und um meine Sinne zu befriedigen verlangte ich mehr Geld als ich benötigte. Ich verachtete die Brahmanen, die sich strikt an die Regeln hielten und gab niemandem von meinem Wohlstand. Selbst als ich alt und schwach wurde hortete ich weiter.

Eines Tages hetzten ein paar Brahmanen Hunde auf mich. Einer biss mich ins Bein, ich fiel hin, starb und wurde als Tiger wiedergeboren. Doch bin ich in der Lage, meine früheren Leben zu erinnern. Deshalb greife ich in diesem Leben keine Bhaktas an, keine Asketen und keine keuschen Frauen. Ich verschlinge nur untugendhafte Menschen und unkeusche Frauen. Da du eine der unkeuschesten Frauen bist, bist du mit Sicherheit meine Mahlzeit.‘

Nachdem sie von dem Tiger verschlungen war wurde sie von den Boten Yamas in die Unterwelt Puyoda gebracht, einen See voll mit Stuhl, Urin und Blut. Dort musste sie zehn Millionen Kalpas (ein Kalpa ist 4.320.000.000 Jahre lang) verbringen Später kam sie in die Unterwelt Raurava, wo sich hundert Manvantaras (ein Manvantara ist 306.720.000 Jahre lang) verbringen musste. Als sie wieder auf Erden geboren wurde, wurde sie eine weibliche Candala (Hundeesser). Sie setzte ihren untugendhaften Lebensweg fort und erkrankte an verschiedenen Leiden.

Zum Glück machte sie sich eines Tages auf nach Hariharapura, wo sie einst lebte und dort hörte sie den Weisen Vasudeva das dreizehnte Kapitel der Bhagavad Gita rezitieren. Sie hörte es immer und immer wieder, so wurde sie frei von den Rückwirkungen ihres früheren Lebens und ging in Vaikuntha ein.

 

Die Herrlichkeit des vierzehnten Kapitels

König Vikramavetala ging mit Sohn und Hunden auf die Jagd. Die Hunde jagten einen Hasen der in Richtung einer Einsiedelei flüchtete, wo Rehe friedlich im Schatten der Bäume saßen, Affen sich von den Früchten der Bäume ernährten, Tiger mit Elefantenbabys spielten und die Schlangen über den Pfau krochen.

In der Einsiedelei lebte der Weise Vatsa, der Krishna mit dem vierzehnten Kapitel der Bhagavad Gita pries. Ein Schüler des Weisen wusch seine Füße, rezitierte dabei das vierzehnte Kapitel und bewässerte mit dem Wasser die Erde. Da rannten der Hase und der Hund in den Schlamm, versanken darin, starben und gingen ein in himmlische Welten.

Als König Vikramavetala dazukam fragte er den Schüler, wie Hund und Hase in den Himmel eingehen konnten. Der Schüler antwortete: ‚In dieser Einsiedelei lebt der große Weise Vatsa, er hat seine Sinne vollkommen unter Kontrolle und rezitiert stetig das vierzehnte Kapitel der Bhagavad Gita. Ich bin sein Schüler und auch ich rezitierte das vierzehnte Kapitel. Weil Hase und Hund in dem Schlamm versanken, der aus dem Waschwasser meiner Füße entstand, erreichten sie die höheren Welten.

Doch höre folgende Geschichte: ‚Der Brahmane Keshava und seine Frau Vilobhana lebten in Pratyudaka. Sie war eine unkeusche Frau und er ein grausamer Mann. Er tötete sie, weil sie sich mit anderen Männern abgab. Deshalb wurde sie der Hund und er der Hase.‘

König Vikramavetala begann, das vierzehnte Kapitel der Bhagavad Gita täglich zu rezitieren und als er starb ging er in Vaikuntha ein.

 

Die Herrlichkeit des fünfzehnten Kapitels

In Gaudadesha lebte König Kripananarasimha, der die Götter besiegte. Sein Kommandeur war Sarabhabherunda, der, zusammen mit dem Prinzen, einen Putsch gegen den König plante. Doch bevor Sarabhabherunda seinen Plan ausführen konnte starb er an Cholera. Im nächsten Leben wurde Sarabhabherunda als herrliches Pferd wiedergeboren.

Ein Händler kaufte das Pferd, ging nach Gaudadesha und verkaufte es dem König. Kurze Zeit darauf ging der König auf dem Pferd zur Jagd. Er jagte ein Reh, konnte es jedoch nicht einholen. Müde geworden rastete er, band sein Pferd an einen Baum und setzte sich auf einen Felsen.

Da fiel ein Stück Pergament vor des Königs Füße, auf dem ein Satz aus dem fünfzehnten Kapitel der Bhagavad Gita geschrieben stand. Der König las den Satz laut, das Pferd fiel um, verließ seinen Körper und ging in Vaikuntha ein.

Nachdem sich der König wieder beruhigt hatte entdeckte er eine Einsiedelei. Er traf auf den Weisen Vishnusharma, der seine Sinne vollkommen unter Kontrolle hatte. Er verneigte sich vor dem Brahmanen und fragte ihn, wie es kommen konnte, dass das Pferd in Vaikuntha einging. Der Brahmane antwortete: ‚Oh König, Du hattest einen Kommandeur in deiner Armee mit Namen Sarabhabherunda.

Zusammen mit dem Prinzen wollte er den Thron an sich reißen. Doch er starb an Cholera und wurde als dieses wunderbare Pferd wiedergeboren. Als er die Verse des fünfzehnten Kapitels der Bhagavad Gita hörte ging er in Vaikuntha ein. Der König verabschiedete sich und ging zurück in seine Hauptstadt.
Er machte seinen Sohn zum König von Gaudadesha und zog sich in die Waldeinsamkeit zurück. Dort rezitiert er regelmäßig das fünfzehnte Kapitel der Bhagavad Gita und erreichte schon bald die Lotusfüße Vishnus.

 

Die Herrlichkeit des sechzehnten Kapitels

König Khadgabahu basaß einen wilden Elefanten. Eines Tages brach er aus, zerstörte seinen Stall und rannte ins Dorf, aus dem die Menschen in Furcht flüchteten. Der König wusste wie man Elefanten kontrolliert und machte sich sofort auf dorthin, wo das Tier die Menschen erschreckte. Ein Brahmane kam in aller Ruhe von seinem Bad zurück, er rezitierte leise das sechzehnten Kapitels der Bhagavad Gita, welches mit dem Wort ‚abhayam‘ (Furchtlosigkeit) beginnt.

Die Menschen sollten ihn vor dem Elefanten warnen, doch er beachtete sie nicht und ging auf den Elefanten zu. Als der Elefant den Brahmanen sah wurde er ganz ruhig, legte sich hin, der Brahmane streichelte ihn und ging weiter. Staunend sahen die Menschen und der König zu. Der König fiel dem Brahmanen zu Füßen und fragte ihn, woher er diese Kräfte habe. Der Brahmane antwortete ihm, dass er täglich das sechzehnte Kapitel der Bhagavad Gita rezitiere.

Der König bot ihm hundert Goldmünzen an, wenn er in den Palast käme und ihn die Verse lehren würde. Als er sie gelernt hatte befreite er den Elefanten. Die Menschen fürchteten, dass er wieder in ihre Dörfer rennen würde. Doch er war ruhig und legte sich hin. Der König übergab das Reich seinem Sohn und zog sich in die Waldeinsamkeit zurück, wo er Krishna mit den Versen des sechzehnten Kapitels der Bhagavad Gita lobpries. Schnell erreichte er die Lotusfüße Krishnas.

 

Die Herrlichkeit des siebzehnten Kapitels

König Khadgabahus Sohn hatte einen kräftigen aber dummen Diener mit Namen Dushasana. Der Diener wettete mit dem Prinzen, dass er einen wilden Elefanten reiten könne. Er sprang auf den Elefanten und stachelte ihn auf. Der Elefant raste davon, der Diener fiel herab, wurde von dem Elefanten zertrampelt und starb.

Dushasana wurde als Elefant in Simhaladvipa geboren, wo er in der Nähe des Palastes des Königs von Simhaladvipa lebte. Der König von Simhaladvipa war ein enger Freund von König Khadgabahu und machte ihm den Elefanten zum Geschenk. Der wiederum schenkte den Elefanten einem Poeten, der ihn mit seiner feinsinnigen Dichtung erfreute. Der Poet verkaufte den Elefanten an den König von Malava für hundert Goldmünzen.

Nach einiger Zeit wurde der Elefant krank. Der König ließ die besten Tierärzte kommen und brachte sie in den Stall. Da fing der Elefant an zu sprechen: ‚Großer König, du befolgst die Veden und verehrst stets die Lotusfüße Vishnus. Deshalb solltest du wissen, dass diese Ärzte nutzlos sind. Nichts kann mir in der Stunde meines Todes helfen. Wenn du mir beistehen willst, so rezitiere das siebzehnte Kapitel der Bhagavad Gita.‘

Der König rief nach einem Bhakta, der regelmäßig das siebzehnte Kapitel rezitierte. Als er begann besprenkelte er den Elefanten mit Wasser, sofort nahm er die vierarmige Gestalt Vishnus an. Der Elefant bestieg einen himmlischen Wagen, der aus Vaikuntha gesandt war. Der König befragte ihn nach seinem vorherigen Leben. Der Elefant erzählte ihm alles und ging in Vaikuntha ein.

Nach diesem Ereignis rezitierte der König von Malava täglich das siebzehnte Kapitel der Bhagavad Gita und erreichte nach kurzer Zeit die Lotusfüße Krishnas.

 

Die Herrlichkeit des achtzehnten Kapitels

Das achtzehnte Kapitel ist wertvoller als die Veden und führt zu unendlicher Glückseligkeit. Sobald es die Ohren erreicht vernichtet es alle materiellen Wünsche. Für den wahren Bhakta ist es göttlicher Nektar. Es ist Vishnus Leben und es ist Trost für Indra, die Götter und die großen Yogis angeführt von Sanaka und Sananda. Wer das achtzehnte Kapitel rezitiert vertreibt die Boten Yamas. Kein Kapitel befreit so schnell von allen Leiden dieser Welt.‘

Auf dem Gipfel des Berges Meru, des herrlichen goldenen Berges, der im Zentrum des Universums steht, liegt Amaravati, die Hauptstad Indras. Eines Tages sah Indra eine schöne junge Gestalt erscheinen, die von den Dienern Vishnus umgeben war. Indra fiel hin und Seine Krone fiel auf das Haupt dieser Gestalt. Alle verehrten nun diesen neuen Indra, obwohl er nicht die hundert Pferdeopfer vollzogen hatte, die für die Position eines Indras vorgeschrieben waren.

Als der ehemalige Indra dies sah war Er sehr überrascht wie der neue Indra dies erreichen konnte, ohne die notwendigen Voraussetzungen. Sorgenvoll zog Er sich zum Milchozean zurück und betete zu Vishnu. Als Vishnu Ihm erschien fragte Er: ‚Vishnu, Mein Herr, viele Opfer habe Ich vollzogen und tugendhafte Taten vollbracht, dafür wurde ich König des Himmels. Nun hat jemand Meinen Thron eingenommen, der offensichtlich nie ein Vedisches Opfer durchgeführt hat. Wie ist das möglich?‘

Vishnu antwortete: ‚Mein lieber Indra, diese große Seele hat täglich das achtzehnte Kapitel der Bhagavad Gita rezitiert. Damit hat sie alle Opfer und alle tugendhaften Taten erfüllt. Nachdem er viele Jahre König des Himmels gewesen sein wird, wird er schließlich in Mein Reich eingehen. Wenn Du auch täglich das achtzehnte Kapitel rezitierst kannst auch Du in Mein Reich eingehen.‘

Nachdem Er dies vernommen hatte, nahm der ehemalige Indra die Gestalt eines Brahmanen an und ging nach Kalikagrama, die heilige Residenz von Kaleshvara, einer Erscheinung des höchsten Herrn. Nahe dieser Stadt, an den Ufern des Godavaris, weilte ein barmherziger Brahmane, der das höchste Ziel der Veden verstanden hatte. Täglich rezitierte er das achtzehnte Kapitel der Bhagavad Gita. Der ehemalige Indra, froh ihn anzutreffen, fiel ihm zu Füßen und bat ihn, Ihn dieses Kapitel zu lehren.

Nachdem Er das achtzehnte Kapitel rezitiert hatte ging Er in das Reich Vishnus ein, wo Er erkannte, dass die Freuden, die Er als Indra genossen hatte, hinfällig waren. Deshalb wird das achtzehnte Kapitel der Bhagavad Gita besonders von großen Weisen rezitiert, die zügig die Lotusfüße Vishnus erreichen möchten.

Aus dem Englischen übersetzt mit freundlicher Genehmigung des ISKCON Tempels Bangalore.