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Der Parijat Baum

Der Parijat Baum ist die ‚Königin der Nacht‘.

Warum blüht der Parijat Baum nur bei Nacht?

Ein König hatte eine schöne, feinfühlige Tochter, sie hieß Parijat. Sie verliebte sich in Surya, die Sonne. Surya erwiderte diese Liebe und bat sie, in Sein Königreich zu kommen. Doch bald verstieß Surya Parijat, die danach an gebrochenem Herzen starb. Sie wurde verbrannt und aus ihrer Asche wuchs ein Baum mit den schönsten Blüten. Doch diese Blüten können die Sonne nicht ertragen, deshalb blühen sie nur bei Nacht. Sobald die ersten Strahlen der Sonne erscheinen fallen sie zu Boden.

Bei der Quirlung des Milchozeans erschien unter anderem der Parijat Baum. Indra, der König der Götter, meinte, er sei zu schön für die Erde. So nahm Er ihn für Sich und pflanzte ihn in Seinen Garten Nandanvan in Seiner Hauptstadt Amaravati. Dort stand er so lange, bis Krishna ihn auf die Erde brachte.

Krishna bringt den Parijat Baum auf die Erde

Der Weise Narada war ständig zwischen Himmel und Erde unterwegs. Er war ein verschlagener Weiser, wo er hinkam gab es Probleme.

Narada besuchte einst Krishna und brachte Ihm eine Blüte des Parijat Baumes mit und sprach: ‚Diese Blüte ist so wunderschön, sicher möchtest Du sie Deiner Frau Rukmini schenken.‘ Krishna meinte: ‚Welch eine gute Idee.‘ Er nahm die Blüte und brachte sie Rukmini.

Narada sah seine Gelegenheit, er eilte zu Krishnas zweiter Frau, Satyabhama, und betrat der Raum mit sorgenvoller Miene. Als Satyabhama ihn fragte was ihn Sorgen mache antwortete er: ‚Ich brachte eine Parijat Blüte mit und schlug Krishna vor, sie seiner Lieblingsfrau zu überreichen. Ich dachte Er würde sie dir geben, doch Er überreichte sie Rukmini.‘

Satyabhama weinte vor Zorn und schrie: ‚Wie gemein Er ist. Ich werde sie Rukmini nicht überlassen. Ich werde gehen und …‘

Narada beruhigte sie: ‚Wenn Krishna dich liebt bringt Er dir den ganzen Parijat Baum aus Amaravati. Satyabhamas Gesicht erhellte sich: ‚Wie schlau du bist Narada.‘ Narada verneigte sich und eilte davon.

In alten Zeiten gab es einen Raum, in den sich die Frauen zurückziehen konnten, wenn sie sich von ihrem Mann ungerecht behandelt fühlten oder etwas Ernstes mit ihm zu besprechen hatten. Satyabhama begab sich in diesen Raum und bat ihre Dienerin, Krishna zu rufen. Krishna eilte sofort herbei und bekam von Satyabhama zu hören: ‚Du liebst Rukmini mehr als mich. Warum hast Du ihr die Parijat Blüte gegeben?‘ Krishna erkannte, dass Narada Ihm eine Falle gestellt hatte und versuchte Satyabhama alles zu erklären. Doch sie wollte nichts hören und sprach: ‚Wenn Du mich liebst, dann bringe mir den Parijat Baum. Vorher werde ich diesen Raum nicht verlassen und bis dahin werde ich nichts mehr essen.‘

Krishna sah keinen anderen Weg und versprach: ‚Ich werde Dir den Baum holen‘.

Er machte sich auf nach Amaravati, doch Narada hatte Indra schon gewarnt: ‚Ich habe von Dieben gehört, die planen, den Parijat Baum zu stehlen.‘ Deshalb hatte Indra sofort Wachen in Seinem Garten aufstellen lassen.

Krishna wusste wie sehr Indra an dem Baum hing und dass Er ihn nicht so ohne weiteres hergeben würde. Er plante, ihn bei Nacht zu stehlen, doch die Wachen fassten Ihn und brachten Ihn zu Indra.

Indra war schockiert: ‚Du, Krishna?‘ Warum stiehlst Du Meinen Baum?‘

Krishna erzählte Ihm, wie Narada Ihn hereingelegt hatte und fügte hinzu: ‚Du kennst Satyabhamas Temperament. Ich kann nicht ohne den Baum nach Dwaraka zurückkommen.‘ Indra befahl, den Baum auszureißen und überreichte ihn Krishna.

Auf dem Weg zurück dachte Krishna nach, Er war in einem Dilemma. ‚Wenn ich den Baum Satyabhama gebe wird Rukmini ihn haben wollen. Woher soll Ich einen zweiten nehmen?‘ Satyabhama war außer sich vor Freude, als sie Krishna mit dem Baum kommen sah. Sie dankte Ihm und bat ihre Dienerin, ihn zu sich zu nehmen. Doch Krishna sprach: ‚Ich habe den Baum für dich geholt. Aber Ich entscheide wo er eingepflanzt wird.‘

Satyabhama und Rukmini hatten nebeneinander liegende Gärten. Krishna pflanzte den Baum so, dass sein Stamm in Satyabhamas Garten stand, während seine Blüten in den Garten von Rukmini fielen. So waren beide Frauen zufrieden und der Parijat Baum war auf die Erde gekommen.

 

Aus dem Englischen übersetzt mit freundlicher Genehmigung von Sushma Gupta, Toronto.