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Sudama

Sudama war der Sohn des armen Brahmanen Paares Matuka und Rochana und der beste Freund Krishnas. Zusammen studierten sie bei dem Weisen Sandipan. Sudama war stets gierig nach Essen, es wird geglaubt, dass er eine Wiedergeburt Naradas war, der als armer Mann mit Krishna eine gewisse Zeit verbringen durfte.

Eines Tages wurden sie von der Frau des Gurus in den Wald geschickt um Feuerholz zu holen. Als Proviant gab sie ihnen süßen Reis mit. Auf dem Rückweg begann es stark zu regnen und sie suchten Schutz unter einem Baum. Jeder auf einem anderen, dummerweise, denn Sudama hatte den Reis. Da er sehr hungrig war aß er Krishnas Portion mit auf. Als es aufgehört hatte zu regnen bat Krishna Sudama um Seinen Reis, da Er hungrig sei. Sudama gestand, dass er ihn aufgegessen hatte. Krishna war ihm nicht böse und gemeinsam gingen sie zurück.

Sudama gestand dem Guru, dass er Krishnas Anteil vom Reis gegessen hatte. Der Guru war enttäuscht erklärte ihm, dass er mit dieser gierigen und egoistischen Handlung sein eigenes Schicksal beschrieben habe, da er es jedoch bereue werde er für ihn beten.

Als Krishna seine Lehre bei dem Guru beendet hatte ging er nach Mathura. Sudama bat ihn, ihn nie zu vergessen, was Krishna ihm versprach: ‚Du bist Mein Sudama und Ich bin dein Krishna. Unsere Freundschaft wird nie vergehen.‘

Sudama war froh und sprach: ‚Ich werde Dich in Mathura besuchen‘. Krishna erwiderte: ‚Natürlich wirst du Mich besuchen, wir müssen uns noch einmal sehen, denn du schuldest mir noch eine Portion süßen Reis‘. Sudama sprach: ‚Du hast das nicht vergessen? Ich habe nicht mehr daran gedacht.‘ Da meinte Krishna: ‚Ich bekomme noch etwas von dir und habe es nicht vergessen. Du musst mir noch etwas geben und hast es vergessen‘. Sudama wurde sehr nachdenklich.

Kurze Zeit nach Krishna verließ auch Sudama den Ashram Sandipans und heiratete Sushila. Er war nach wie vor arm und hatte kaum genug, um seine Familie zu ernähren. So bekam er den Namen Kuchela (armer Mann). Sushila litt unter der Armut und erinnerte ihn immer wieder an Seinen Freund Krishna, den er doch um Hilfe bitten könnte. Doch Sudama ignorierte diese Anspielungen.

Krishna war in der Zwischenzeit König von Dwaraka und lebte dort mit Seinen 16.108 Frauen. Krishna ehrte die Brahmanen und gab ihnen was immer sie benötigten.

Das nahm Sushila zum Anlass, Sudama wieder einmal an Krishna zu erinnern. Diesmal stimmte Sudama zu, auch er sehnte sich nach der langen Zeit nach Krishna.

Sushila war froh und suchte nach einem Geschenk für Krishna. Da sie selber nichts in der Küche hatte ging sie zu einer Nachbarin, die ihr einen Reiskuchen gab, das sei alles was sie im Moment habe.

Sushila bedankte sich, wickelte den Reiskuchen ein und gab ihn Sudama als Geschenk für Krishna. Sudama machte sich auf nach Dwaraka. Auf dem Weg überlegte er, wie es wohl sein wird, sich nach so langer Zeit wieder zu sehen. Wie wird Krishna Sich als König verhalten, wenn er ihn, den armen Brahmanen, in Seinem Palast empfängt. Wird Er ihn überhaupt empfangen und erkennen?

Als er in Dwaraka ankam war er von der Herrlichkeit der Stadt tief beeindruckt. Er fragte nach Krishnas Palast, doch als er dort ankam ließen die Wachen ihn nicht ein. Er stelle sich als Freund Krishnas vor, was die Wachen nur zum Lachen brachte. Sie jagten ihn davon.

Doch so leicht gab Sudama nicht auf. Er forderte die Wachen auf, Krishna zu informieren, dass sein Jugendfreund Sudama gekommen sei. Einer der Wächter ließ sich überreden und informierte Krishna, über den armen Brahmanen, der sich Sudama nennt und behauptet, ein Jugendfreund von Ihm zu sein.

Krishna rannte barfuß hinaus, umarmte Sudama und nahm ihn mit in den Palast. So hatten die Wachen Krishna noch nie erlebt. Auch Krishnas Frau, Rukmini, war überrascht, mit welcher Ehrerbietung Krishna sich dieses zerlumpten Brahmanen annahm. Er setzte ihn auf Sein Bett und wusch ihm die Füße. Dann setzte Er sich neben ihn und legte Seinen Arm um ihn. Sie fragte sich, was dieser arme Kerl wohl Gutes getan haben muss, um vom höchsten Herrn derart verehrt zu werden.

Krishna spürte, dass Sudama sich unwohl fühlte. Er wollte die Stimmung auflockern und fragte: ‚Was versteckst du da vor Mir?‘ Und bevor Sudama antworten konnte schnappte Krishna sich den eingepackten Reiskuchen, den Sudama in seiner Hand hielt, und sprach: ‚Das ist der beste Reiskuchen, den Ich je gegessen habe.‘

Sudama wurde königlich bewirtet, blieb über Nacht und schlief in Krishnas Bett. Am anderen Morgen verabschiedete sich Sudama und ging zurück.

Er verließ Dwaraka mit dem freudigen Gefühl, dass Sein Freund ihn nicht vergessen hatte. Den wirklichen Grund seines Besuches hatte er total vergessen. Doch als er sich seinem Zuhause näherte fiel es ihm wieder ein, was sollte er seiner Frau nur sagen? In der Freude des Wiedersehens hätte er sich geschämt, etwas zu erbitten. Er musste ihr irgendetwas erzählen. Auf jeden Fall war er glücklich.

Mit diesen Gedanken kam er in sein Dorf, doch konnte er sein Haus nicht finden. An dessen Stelle stand nun ein Palast. Er schaute sich um, war er etwa falsch? Da sah er seine Frau von Balkon winken, sie kam herunter und hieß ihn willkommen. Sie nahm ihn mit in den Palast und erzählte ihm, dass sich ihre Hütte über Nacht in einen Palast verwandelt hatte.

Sudama war sehr froh und dankte Krishna. Doch er lebte nicht lange in dem Palast. Nach einiger Zeit baute er sich eine Hütte und begann wieder ein einfaches Leben.

 

Aus dem Englischen übersetzt mit freundlicher Genehmigung von Sushma Gupta, Toronto.