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König Muchukunda

König Muchukunda lebte im ersten Weltzeitalter, er war ein hervorragender Krieger, selbst Indra bat ihn, hin und wieder im Kampf gegen die Dämonen sein Können einzubringen.

So kam es eines Tages zu einer nicht enden wollenden Schlacht. Auf Muchukundas Schultern allein lag nach einiger Zeit die Verantwortung.

Als endlich die Dämonen in ihre Schranken gewiesen waren bedankte sich Indra und sprach: ‚Großer König, das war eine Meisterleistung von dir. Nun, da wir die Dämonen zurückgedrängt haben denke ich willst du nichts anderes, als dich zurückzuziehen und auszuruhen.‘

Muchukunda nickte müde: ‚Ja, in der Tat, aber ich möchte euch nicht im Stich lassen.‘

Indra lächelte: ‚Shivas Sohn, Karttikeya, wird uns nun zur Seite stehen, Er wird die Armee übernehmen, mache dir keine Sorgen.‘

Muchukunda war erleichtert: ‚Ja, Indra, ich bin wirklich müde. Ich freue mich auch, wieder in mein Königreich zurückzukehren und meine Familie wiederzusehen, ich kann mich gar nicht mehr an ihre Gesichter erinnern.‘

Indras Mine verfinsterte sich: ‚Das ist ein Problem, hier im Reich der Götter läuft die Uhr anders als auf Erden.

Während der paar Jahre, die du bei uns verbrachtest sind auf Erden Zeitalter vergangen. Dein Königreich, deine Familie, all das existiert nicht mehr. Wir sind dir zutiefst dankbar, ich gewähre dir eine Gunst.‘

Muchukunda war eine zu hoch entwickelte Seele, als dass er an Weltlichem hängen würde, er nahm die Aussage Indras gelassen und erwiderte:

‚Indra, ich bin einfach nur müde, ich will einfach nur alles vergessen und meine Ruhe! Ich möchte nur noch schlafen und sollte mich jemand stören, dann soll er zu Asche verbrennen.‘

Gern erfüllte Indra Muchukunda den Wunsch. Er zog sich in eine Höhle zurück und schlief ein. Er schlief bis sich das dritte Weltzeitalter dem Ende neigte.

***

In der Zwischenzeit hatte Krishna Kamsa besiegt.

Krishna sprach zu Seinem Bruder, Balarama: ‚Wir müssen auf der Hut sein, Kamsa hat viele einflussreiche Freunde. Unser Volk ist nicht sicher in Mathura, wir müssen einen anderen Ort finden. Ich werde Mich an Vishvakarma, den Architekten der Götter, wenden.‘

Krishna bat Vishvakarma, eine Stadt zu erbauen, die von allen Seiten geschützt ist.

Vishvakarma erbaute Dwaraka auf dem Meer, die Stadt war so von allen Seiten vom Ozean beschützt. Es war eine herrliche Stadt, mit Gärten, Teichen, Brunnen und Palästen aus Gold und Edelsteinen. Krishna war begeistert und bedankte sich bei Vishvakarma.

Die Stadt wurde schneller gebraucht als Krishna ahnte.

***

Kamsa hatte zwei Frauen, Asti und Prapti. Sie waren Schwestern und die Töchter des mächtigen Königs Jarasandha. Jarasandha war außer sich, dass seine Töchter nun Witwen waren. Er schwor Rache.

Mit einer riesigen Armee griff er Mathura an, siebzehn Mal. Siebzehn Mal besiegten Krishna und Balarama sie, aber Jarasandha überlebte jeden Gegenschlag.

Jede Niederlage stachelte Jarasandha auf. Er bat Kalayavana, den König von Magadha um Hilfe.

Krishna erkannte, dass es nur an der Zeit war, Mathura zu verlassen und sich in Dwaraka anzusiedeln.

Die Bewohner Mathuras wurden über Nacht nach Dwaraka gebracht. Mathura war ausgestorben.

Krishna besprach Sich mit Balarama wie weiter vorzugehen sei, Er war der Ansicht, gegen Kalayavana nichts ausrichten zu können.

Balarama war anderer Meinung: ‚Wir haben Jarasandha siebzehn Mal besiegt, warum soll und das mit Kalayavana nicht gelingen?‘

‚Du kennst Kalayavanas Geschichte nicht, Mein Bruder!‘

Balarama schaute gespannt: ‚Dann erzähle sie mir.‘

‚Der große Weise Shyala, der Priester unserer Familie (die Yadavas), und der Weise Gargya führten einst eine Debatte, die im Streit endete.

Gargya betete zwölf Jahre lang zu Shiva. Shiva erschien ihm und gewährte ihm eine Gunst. Gargya bat um einen Sohn, der die Yadavas vernichten sollte.

Dieser Sohn ist Kalayavana!

Der Weise gab ihn dem kinderlosen König Yavasena zur Adoption.

Yavasena war der König von Magadha … nun ist es Kalayavana. Er kann von keinem Yadava besiegt werden, auch nicht von Mir. Doch Ich habe einen Plan.‘

***

Am nächsten Morgen umzingelte die Armee Kalayavanas Mathura und mussten erkennen, dass die Stadt unbewohnt war.

Der General erstattete Kalayavana Bericht:

‚Da ist ein Mann am Stadttor, er ist äußerst charmant, dunkel … aber …‘

Kalayavana eilte zu dem Tor … er wusste sofort wer das war … Krishna persönlich.

Er würde ihn Jarasandha ausliefern.

Als er auf Krishna zuging rannte dieser weg.

Kalayavana war voll Stolz, Kamsa hatte Er getötet, siebzehn Mal Jarasandha besiegt, doch vor ihm rannte Er davon.

‚Komm‘ zurück, Kuhhirte! Komm‘ zurück und kämpfe!‘

Das Rennen ging weiter, Kalayavana streckte die Hände aus, ganz nah war er an Krishna dran.

Kalayavana genoss die Angst, die sein Gegner vor ihm hatte.

Krishna raste auf einen Berg zu, Kalayavana konnte eine Höhle am Fuß des Berges erkennen … durchschaute Krishnas Plan sofort, Er wollte sich verstecken.

Krishna verschwand in der Höhle. Kalayavana musste einen Moment warten bis seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten.

Da lag ein Schlafender vor ihm … glaubte Krishna im Ernst, nur weil Er schliefe würde er Ihn nicht töten?

Kalayavana rief: ‚Steh auf und kämpfe!‘

Nichts geschah.

Kalayavana stieß den Schlafenden mit dem Fuß.

Er öffnete die Augen … Kalayavana war entsetzt, das war nicht Krishna. Bevor Kalayavana etwas sagen konnte war er zu Asche verbrannt.

Der Schlafende schaute sich um … da war noch einer: ‚Wer bist denn Du?‘

‚Das ist eine zu lange Geschichte, ich gewähre dir eine Gunst. Was immer du dir wünschst, du bekommst es von Mir.‘

‚Ich habe keinen Wunsch, ich möchte nur mit Dir zusammen sein.‘

‚Ich mache dich zum König der Welt, Ich kann alles für dich tun.

Muchukunda hatte Tränen in den Augen.

‚Du veralberst mich. Ich war ein mächtiger König, kämpfte gewaltige Schlachten. Das alles hat mich nicht glücklich gemacht. Ich möchte allein mit Dir zusammen sein.‘

Da erschien ihm Krishna in Seiner universalen Gestalt und machte ihn Sein.

 

Über König Jarasandha lesen Sie bitte auf meiner Mythenseite unter ‚Weise und Könige‘.

 

Aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung von S. A. Krishnan.