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Die Tulsi Pflanze

Die Tulsi Pflanze ist mit Krishna verbunden wie der Bilva Baum mit Shiva.

Indra war der König der Götter, spürte aber, dass die Menschen nicht mehr zu ihm als den ersten Gott aufschauten. Sie beteten nun zu Brahma, Vishnu und Shiva. Indra wusste, dass er es weder mit Brahma noch mit Vishnu aufnehmen konnte. Schließlich waren Sie der Schöpfer und der Erhalter des Universums. Was Indra nicht verstehen konnte war, dass die Menschen Shiva mochten, den Gott, der das Universum am Ende der Zeit auflösen würde.

Indra wollte der Welt beweisen, dass er erhabener sei als Shiva, dann würden die Menschen wieder zu ihm zurückfinden.

Indra machte sich auf zum Berg Kailash, dem Wohnort Shivas. Seiner Meditation sah Er Indra anreisen. Shiva verwandelte Sich in einen Torwächter und platzierte Sich vor dem Eingang als Indra ankam.

‚Lass mich ein, Torwächter’ bat Indra, ohne zu erkennen wer der Torwächter war. ‘Ich möchte mit Shiva sprechen, um eine Angelegenheit für ein und für alle Male zu regeln.‘

Der Torwächter fragte interessiert: ‘Um welche Angelegenheit handelt es sich?’

Seinen Vajra (Donnerkeil) schwingend antwortete er: ‘Ich möchte beweisen, dass ich machtvoller bin als Shiva.’

Der Torwächter amüsierte sich: ‘Meine Aufgabe ist es, Shiva zu schützen. So zeige Deine Kräfte zuerst Mir, wenn du gewinnst, dann sollst Du Shiva treffen‘.

Indra wurde ärgerlich, doch konnte er einer Aufforderung zum Kampf nicht aus dem Weg gehen. Der Kampf begann.

Der Torwächter kämpfte brillant, was Indras Ärger nur verstärkte. Zuletzt stieß ihn der Torwächter mit einen gewaltigen Schlag zurück. Als er sich mühselig wieder erhob, schoss es ihm durch den Kopf … das ist kein gewöhnlicher Torwächter … das konnte nur Shiva selbst sein. Als er wieder auf den Beinen stand, müde, sah er, dass Shiva noch frisch wirkte, als hätte der Kampf erst begonnen. er erkannte, dass er nicht mithalten konnte. Er ging auf den Torwächter zu, verneigte sich und sprach: ‘Shiva, ich wusste nicht, wie kraftvoll Du bist. Du hast meinen Stolz vernichtet.’

Der Torwächter schaute zornig auf Indra. Indra sah etwas aus dem Torwächter herauskommen – etwas Feuriges, Rotes, Brennendes – da stand Shiva vor ihm in Seiner wahren Gestalt. Indra verneigte sich abermals.

Shiva lächelte: ‘Indra, du hast Mich sehr verärgert, Ich war nahe daran, Mein drittes Auges zu öffnen und dich zu Asche zu verbrennen.’ Indra zitterte, als er erkannte wie nahe er dem Tode gewesen war. ‚Doch da du einsichtig warst trage Ich dir nichts nach.’

Indra sah Shiva an und fragte: ‘Was war das, was aus Dir herauskam?’

‘Das war die Verkörperung meines Ärgers. Da Ich ihn nicht gegen dich wandte, hat er sich davongemacht, er liegt nun im Ozean.’

Indra bat Shiva nochmals um Vergebung und ging als weiser Mann zurück in seinen Palst. Allerdings fing für Indra das Problem jetzt erst an.

Shivas Ärger war äußerst potent. Im Ozean verwandelte er sich sofort in ein Baby. Das Baby weinte und weinte – bis Brahma es schließlich hörte und nach dem Kind schaute. Er nahm es in seine Arme … es war extrem schwer. Es zog an seinem Bart, mit außergewöhnlicher Kraft, Brahma hätte vor Schmerz schreien können. Er sprach: ‘Du bist sehr stark. Du hast mir das Wasser (Jala) in die Augen getrieben, deshalb nenne ich dich Jalandhara (Wasserbringer).

Jalandhara wuchs heran und wurde immer stärker, er erkannte, dass er jeden besiegen konnte. Die Götter hofften, dass Jalandhara sich zu ihnen gesellen würde und sie an seiner Stärke teilhaben konnten. Doch Jalandhara hatte andere Pläne. Er wollte der Anführer der Dämonen werden.

Als Jalandhara ins heiratsfähige Alter kam suchte er den mächtigen Dämon Kalanemi auf. Kalanemi war Ravanas (der Dämon aus dem Ramayana) Onkel und hatte eine schöne Tochter, Vrinda. Vrinda war eine Anhängerin Vishnus.

Mit Freude stimmte Vrinda der Heirat mit diesem starken Manne zu.

Durch ihre Hingabe an Vishnu hatte Vrinda außergewöhnliche yogische Kräfte erlangt. Sie liebte ihren Ehemann von ganzem Herzen und durch ihre Kraft wurde Jalandhara unsichtbar.

Shukracharya, der Lehrer der Dämonen, erkannte, wie mächtig Jalandhara nach der Heirat mit Vrinda geworden war und krönte ihn zum König der Dämonen. Alle Dämonen folgten ihm, schon bald regierte Jalandhara über die gesamte Welt. Alle Könige waren von ihm besiegt worden.

Bald hatte Jalandhara Indras Himmel im Auge. Indra und die Götter traf sein Angriff völlig unvorbereitet. Sie konnten sich nicht verteidigen, selbst Indras Vajra hatte sich gegen Jalandhara als nutzlos erwiesen, er hatte ihn nicht einmal verletzt.

Die Götter machten sich auf zu Brahma, der ihnen die ganze Geschichte erzählte und mit dem Satz endete: ‘Jalandhara wurde aus Shiva Ärger geboren, deshalb kann er nur von Shiva besiegt werden.’
Indra versuchte zu vermitteln: ‘Wenn wir zu Shiva gehen und Ihn bitten mit Jalandhara zu reden … meinst Du, das würde helfen …?’

Brahma schaute zweifelnd: ‘Wir können es versuchen, doch Jalandhara ist arrogant geworden, ich glaube nicht, dass Shiva ihn zur Einsicht bringen kann.’

Sie machten sich auf den Weg zu Shiva, Er war gern bereit, mit Jalandhara zu sprechen. Allerdings war Jalandhara keineswegs bereit, sich von Shiva etwas sagen zu lassen, im Gegenteil, er demütigte Ihn: ‘Du nennst Dich einen Asketen, welche Anmaßung! Warum brauchst du eine Frau? Schicke sie weg und werde ein wahrer Yogi!’

Shiva sprach behutsam mit ihm, doch Jalandhara wurde immer dreister und lachte nur über Shivas Friedensangebot.

Shiva ging zum Kailash zurück und erzählte den Göttern wie das Gespräch zwischen Ihm und Jalandhara verlaufen war. Er erklärte ihnen auch, dass Jalandhara vernichtet werden musste. Es wird einen Kampf geben.

Wenn Shiva sie in den Kampf führte, waren die Götter sicher, dass der Sieg ihrer wäre.

Jalandhara jedoch erwies sich als extrem stark, das musste Shiva erkennen … Jalandhara schuf eine Illusion, um Shiva und die Götter in die Falle gehen zu lassen. Es war erfolgreich. Die Götter allesamt steckten fest.

Jalandhara nahm die Gestalt Shivas an und machte sich auf zum Kailash, zu Parvati, stolz mit seinem Sieg prahlend. Parvati spürte, dass etwas nicht stimmte. Sie schloss ihre Augen und sah durch ihre Yogakraft wer vor ihr stand.

‘Jalandhara, du wagst es, die Gestalt meines Mannes anzunehmen?‘ Sie nahm ihr Schwert und hielt es ihm an die Brust.

Jalandhara war sich durchaus Parvatis Kraft bewusst, sie war so stark wie ihr Mann. Seine Kraft war verbraucht mit dem Kampf gegen Shiva und der Aufrechterhaltung der Illusion, so konnte er es derzeit nicht auch noch mit Parvati aufnehmen. Er flüchtete.

Als Parvati wütend dasaß erschien Vishnu und fragte sie was los sei.

Parvati erzählte Vishnu was geschehen war und sinnierte: ‘Wie konnte Jalandhara so mächtig werden?’

Vishnu erklärte: ‘Jalandhara war schon immer sehr mächtig, nun ist er mit Vrinda verheiratet, meiner ergebensten Anhängerin. Wann immer er in den Kampf zieht betet sie zu Mir. Diese Gebete geben ihr jene Kraft. Durch sie wurde Jalandhara unsichtbar.’

Parvati und Vishnu schauten Sich an. Vishnu wusste was zu tun war. Doch konnte Er Seiner Anhängerin so etwas antun? Nachdenklich ging Er zurück nach Vaikuntha. Er hatte keine Wahl, Er musste tun was zu tun war.

Am nächsten Morgen, als Vrinda wusste, dass ihr Mann gegen Shiva kämpfen wird, betete sie, wie stets, zu Vishnu. Als sie tief in Meditation versunken war sah sie jemanden ihren Raum betreten. Sie blinzelte und sah Jalandhara vor sich stehen, stolz vermeldend: ‘Ich habe es geschafft! Ich habe Shiva besiegt. Nun ist keiner mehr stärker als ich.’ Vrinda dankte Vishnu und begann mit den Vorbereitungen der Siegesfeier.

Dies geschah in dem Moment als der Kampf zwischen Shiva und Jalandhara begann. Shiva stieß Jalandhara Seinen Dreizack in die Hüfte. Ohne die Gebete seiner Frau war er verwundbar, er starb.

Vrinda fühlte, dass etwas mit ihrem Mann geschehen war, sie fragte den vor ihr Stehenden: ‘Wer bist du? Du bist nicht mein Mann.’ Tränen traten ihr in die Augen als es ihr einfiel: ‘Ich habe meine Gebete beendet … mein Mann … was ist mit ihm geschehen?’

Jalandhara verschwand und vor ihr stand Vishnu, Vrinda mit traurigen Augen anschauend. Vrinda flüsterte: ‘Was hast Du getan? Wo ist mein Mann?’

Vishnu sprach ruhig: ‘Jalandhara ist tot, Vrinda. Dein Mann wurde unsichtbar aufgrund deiner Gebete und so lange du sie sprachst konnte niemand ihn besiegen.‘

Vrinda schrie Vishnu verzweifelt an: ‘Ich glaube an Dich und Du lässt mich im Stich. Ich liebte meinen Mann und Du lässt ihn einfach im Kampf sterben. Ich verfluche Dich. Du sollst in einem Stein gefangen sein.’

Vishnu sprach: ‘Ich nehme deinen Fluch an, Vrinda. Doch bedenke, es war auch deine Pflicht, deinem Mann Einhalt zu gebieten, wenn er andere drangsalierte und verletzte. Er ging einfach zu weit, als er Shiva demütigte. Bisher konnte ihm nichts geschehen, da deine Gebete ihn beschützten.

Vrinda tat ihren letzten Atemzug und verschied. Vishnu stand neben Seiner hingebungsvollsten Anhängerin.

Shiva und die Götter kamen und sahen Vishnu mit gebrochenem Herzen neben der toten Vrinda sitzen. Shiva sprach: ‘Trauere nicht um sie. Sie wird als Tulsi wiedergeboren, eine der hervorragendsten medizinischen Pflanzen der Welt. Kein Gebet an Dich soll je beendet sein, bevor Dir nicht ein Tulsi Blatt dargebracht wurde.’

Aufgrund des Fluches wurde der Geist Vishnus in einem Stein nahe des Flusses Gandaki (heute in Nepal) gefangen, der Stein wird Salagram (auch Saligram) genannt. Diese Steine gelten als heilig, sie repräsentieren Vishnu.

Tulsi Stotra – Hymne an Tulsi

Oh Mutter Tulsi, oh Göttin Lakshmi, oh gütige Mutter.
Oh Mutter, die Du an Freitagen strahlst.
Oh Göttin Lakshmi, die Du die Donnerstage verschönst.
Oh Mutter, ich verneige mich vor deinen Füßen.

Ehre sei Tulsi, dem üppig grünen Gewächs.
Ehre sei der uns Duft schenkenden Pflanze.
Verhindere, dass meine zukünftigen Leben schlecht verlaufen. Ehre sei Dir.
Gewähre mir die acht Arten von Reichtum. Ehre sei Dir.

Du bist die hübsche Gefährtin von Vishnu. Ehre sei Dir.
Bitte bringe denen, die Dich ehren, Glück. Ehre sei Dir.
Du bist die Girlande des Waldes. Ehre sei Dir.
Mögest du glücklich sein mit dem Herrn in Vaikuntha. Ehre sei Dir.

Vishnu fragte:
Welche Auswirkungen hat es für die, die
das heilige Tulsi in die Erde pflanzen, es bewässern,
es in ihrem Garten wachsen lassen, es mit rot gefärbter Erde umgeben, ein Licht vor ihm entzünden und
ihm auf einer Platte Bananenblatt, Betelblatt, Kokosnuss und unzählige Blüten darbringen?

Tulsi antwortete:
Denen, die Mich mit Freude und Demut ehren
nehme ich das schlimme Schicksal und segne sie mit Glück.
Ich nehme ihnen die Krankheit und segne sie mit den acht Arten von Wohlstand.
Ich nehme ihnen die Armut und gebe ihnen Wohlstand.
Denen, die keine Söhne haben, gebe Ich Söhne.
So mich Frauen verehren segne ich sie mit guten Ehemännern.
So mich Familien verehren, mache ich sie berühmt.
So mich die Asketen verehren, segne ich sie mit Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod.

Tulsi erklärte, dass sie dasselbe gewähre, das die Brahmanen an den Ufern der Ganga während der Mondfinsternis erbitten, nämlich eine Milliarde Milchkühe mit Kälbern, die Hörner mit Goldschnüren, die Hufe mit Silberschnüren umwunden.

Da sprach Vishnu: ‚So soll es sein.‘

Und so gewährt Tulis denen, die sie auf diese Weise verehren, ein wunderbares Leben.

Tulsi Stotra zum Anhören

Die Übersetzung der Hymne aus dem Englischen erfolgte mit freundlicher Genehmigung von
P. R. Ramachander.

Die Übersetzung des Mythos‘ über die Tulsi Pflanze erfolgte mit freundlicher Genehmigung von  S. A. Krishnan.