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Sein Leben

Krishna erschien im Dvapara Yuga  3227 v. C. am 8. Tag der dunklen Hälfte des Mondes im Monat Bhadra (August/September) um Mitternacht. Er verschied 3102 v. C. an Neumond im Monat Phalguna (Februar/März) in Prabhas. Mit Seinem Verscheiden begann das Kali Yuga, das dunkle, letzte Zeitalter der derzeitigen Ära.

Krishnas Jugend

Ein Berater Kamsas informierte ihn, dass in Gokula eine große Feier stattfand, die man bis Mathura höre. Kamsa verlangte, dass die Armee sofort nach Gokula ausrücke. Doch wieder mahnte ihn der Minister, man könne nicht gleich mit einem Heer einmarschieren es gebe andere Mittel. Er dachte an Putana.

Putana
Putana war Kamsas Amme. Er stimmte der Idee zu, rief sie zu sich und bat sie, seinen Feind zu töten. Doch Putana sah sich außer Stande dazu, bis er ihr erklärte, dass sein Feind ein Kind sei. Er bat sie, nach Gokula zu gehen und alle Jungen zu töten, die innerhalb der letzten sieben Tage geboren wurden. Putana war einverstanden und sprach: ‚Ich werde meine Brüste mit süßem Gift bestreichen und alle töten. Sorge dich nicht.‘

Rohini kam zu Nanda und Yashoda zu Besuch. Sie mahnte zur Vorsicht, man höre die Feierlichkeiten bis nach Mathura und er solle seine Begeisterung etwas zügeln. Er erfuhr, dass in Gokula viele Neugeborene starben und alle zur gleichen Zeit wie sein Sohn geboren wurden. Nanda rief die Dorfbewohner zusammen und hörte, dass alle Säuglinge an vergifteter Milch starben. Keiner konnte verstehen was da geschah.

Die Minister informierten Kamsa, dass Putana ihre Aufgabe erfolgreich erfülle und bald zurück sein würde. Sie kam nun zu Nandas Haus, die Tür war offen und es war niemand zu Hause. Sie nahm Krishna aus der Wiege und säugte Ihn. Krishna jedoch saugte ihr das Leben aus. Es war für sie zu spät, sie konnte sich nicht mehr von Ihm befreien, Er hatte Sich an ihren Brüsten festgesaugt. Krishna gab ihr die Ehre, Seine Mutter zu sein und ließ sie in Sein Reich im Himmel eingehen. Als Yashoda zurück kam fand sie ihren Sohn neben der toten Putana liegen.

Kamsa wurde informiert, dass Putana nicht mehr am Leben sei, jedoch kein Kind überlebt habe. So war Kamsa frei von Sorge, er war sicher, dass sein Vollstrecker tot sei.

Der Butterdieb
Krishna wuchs heran und streunte auch außerhalb des Hauses herum. Eines Tages erzählte ein Kind Yashoda, dass Krishna Lehm gegessen habe. Als sie Krishna fragte stritt Er es ab, doch Yashoda schaute in Seinen Mund. Da sah sie keinen Lehm, sondern das gesamte Universum – Sonnen, Monde, Sterne, Flüsse, Berge, Ozeane – alles in diesem kleinen Mund. Yashoda erschrak, Krishna schloss Seinen Mund und lächelte. Yashoda verbot ihm, jemals wieder Lehm zu essen. Krishna versprach es ihr.

Je größer Krishna wurde umso mehr Unsinn hatte Er im Kopf. Mit Seinen Freunden stahl er bei den Kuhhirtinnen eines Tages Butter. Auch das erfuhr Yashoda, sie war entrüstet, dass ihr Sohn ein Butterdieb genannt wurde, mehr noch, man erzählte sich, dass er Kühe scheuche und Wassergefäße zertrümmere. Eines Tages wurde Krishna beim Diebstahl erwischt. Die Bestohlene band Krishna mit einem Seil fest und rannte zu Yashoda und sprach: ‚Komm mit zu mir nach Hause, dein Sohn hat bei mir Butter gestohlen, ich habe Ihn auf frischer Tat ertappt und mit einem Seil festgebunden.‘  Doch Yashoda lachte nur, führte die Dame ins Haus, wo Krishna vergnügt spielte. Die Bestohlene war verwirrt, wenn das Krishna war, wer war dann der Junge, den sie festgebunden hatte? Und wenn der festgebundene Junge nicht Krishna war, wer war er dann?

Sie rannte nach Hause und fand Krishna festgebunden, sie anlachend. Total durcheinander rannte sie wieder zu Yashoda und sah Krishna weiterhin spielend. Sie fiel in Ohnmacht, wie konnte der Junge an beiden Orten sein?

Eines Tages jedoch erwischte Yashoda Krishna bei Butter stehlen. Er sagte allerdings, dass er keine Butter gestohlen habe, sondern Seine Freunde sie Ihm nur um den Mund gestrichen hätten. Doch diesmal glaube sie Ihm nicht. Ärgerlich nahm sie Ihn mit nach Hause und wollte Ihn mit einem Seil an einem Baum festbinden. Doch jedes Seil war zu kurz, sie holte immer wieder ein längeres – vergeblich. Als Krishna die Verzweiflung Seiner Mutter sah band Er Sich Selbst fest.

Neben dem Baum, an dem Krishna nun festgebunden war, stand noch ein zweiter. Beide Bäume waren in ihren früheren Leben Nalakubera und Manigriva, Söhne Kuberas, des Schatzmeisters der Götter. Sie unterlagen einem Fluch des Weisen Narada und waren als Arjuna Bäume wiedergeboren. Krishna riss die Bäume aus, die Brüder waren von ihrem Fluch erlöst, bedankten sich bei Ihm und gingen in ihr Reich zurück.

Die Gopis und die Kühe
Krishna ist nun ein junger Mann und bezaubert die Kuhhirtinnen (Gopis) mit Seinem Flötenspiel. Wann immer sie Ihn hörten, ließen sie alles stehen und liegen und rannten zu Ihm. Krishna versprach ihnen, dass ihr Wunsch, Ihn zum Gatten zu erhalten, sich erfüllen würde und begann den ‚großen Tanz der Leidenschaft‘, Maharasa, mit ihnen zu tanzen.

Eines Tages nahmen die Gopis in der Yamuna ein Bad. Ihre Gewänder legten sie unter einen Baum. Krishna nahm sie und setzte Sich damit auf einen Ast des Baumes. Als die Gopis mit dem Baden fertig waren suchten sie nach ihren Gewändern, da entdeckte eine von ihnen Krishna auf einem Ast sitzend, ihre Gewänder in Händen. Sie baten Ihn, sie herunterzuwerfen, wie sollten sie sonst aus dem Waser kommen. Krishna sprach: ‚Kommt heraus so wie ihr seid‘. Doch als er spürte, dass die Gopis verzweifelt waren gab Er ihnen ihre Gewänder zurück.

Die Menschen von Nandas Dorf mussten Teile ihrer Butter als Abgabe zum König, Kamsa, bringen. Eines Tages verbat Krishna ihnen, das weiterhin zu tun. Der König habe kein Recht, ihnen ihre Butter wegzunehmen, er könne höchstens so viel erhalten wie übrig bliebe.

Als keine Butter bei Hofe eintraf befahl Kamsa seinen Ministern, die Kühe aus Gokula nach Mathura zu treiben. Als dies geschah kamen alle Kuhhirten in ihrer Verzweiflung zu Nanda, dieser wiederum wandte sich an Krishna. Krishna holte Seine Flöte hervor, begann zu spielen und alle Kühe kamen zurück.

Der Berg Govardhan
Das Dorf bereitete das jährliche Opfer für Indra, den König der Götter, vor. Krishna fragte Seinen Vater zu was das gut sein solle. Nanda erklärte Ihm, dass Indra es regnen lasse und so die Kühe Futter hätten und sie Milch und Butter. Dafür wolle man Ihn ehren, sollte das Opfer ausbleiben würde Er bestimmt zornig.

Krishna fragte: ‚Warum verehrt ihr einen Gott, der böse wird, wenn man Ihn nicht verehrt? Ärger ist unter der Würde eines Gottes. Wir sind Kuhhirten, wir verehren nur Kühe, den Berg Govardhan und die Yamuna. Also lasst das mit dem Opfer.‘

So verehrten die Dorfbewohner dieses Jahr Indra nicht, sondern den Berg Govardhan. Indra wurde zornig und entließ gewaltige Regenmassen aus dem Himmel. Gokula stand schon bald unter Wasser. Krishna hob den Berg Govardhan mit Seinem kleinen Finger in die Höhe und alle Dorfbewohner fanden darunter Schutz. Sieben Tage und sieben Nächte regnete es ununterbrochen und so lange hielt Krishna den Berg über die Menschen. Indra kam und bat um Vergebung.

Brahmas Illusion
Krishna und die Kuhhirten ließen die Kälber grasen und setzten sich zum Essen unter einen schattigen Baum. Nach dem köstlichen Mahl nahm Krishna Seine Flöte und spielte bezaubernde Melodien während die Kuhhirten ruhend Ihm lauschten. Krishna gönnte ihnen noch etwas Ruhe und meinte am Abend, Er werde die Kälber zusammentreiben. Brahma hatte die Szenerie beobachtet und wollte Krishna einen Streich spielen. Er versteckte zuerst die Kühe und danach die Kuhhirten. Als Krishna die Kühe nicht fand ging Er zurück zu dem Platz wo sie gerastet hatten, er war leer. Er ahnte, dass Brahma dahinter steckte … nahm die Gestalt von Kühen, Kälbern und Kuhhirten an und alles war wie vorher. Was Brahma versteckt hatte war wieder an seinem Platz. Alle kehrten zurück nach Hause, weder die Mütter der Kuhhirten noch die Kuhmütter der Kälber bemerkten einen Unterschied. Auf der Erde war ein Jahr vergangen, für Brahma war das nur eine Minute, er schaute nach und war vollkommen verwirrt, konnte nicht unterscheiden welche waren die echten Kuhhirten und Kühe, die er versteckte, welche waren die falschen. Wo war der echte Krishna wo der falsche? Der Versuch, Krishna in die Irre zu führen hatte ihn in die Irre geführt und Brahma musste erkennen, dass Krishna machtvoller war als er. Er bat um Vergebung und Krishna stellte die alte Ordnung wieder her.

Krishnas und Balaramas Lehrzeit

Krishna und Balarama waren nun erwachsen und es war Zeit für sie, einen Lehrer zu finden. Es sollte der Weise Sandipani sein, der seinen Ashram am Ufer des Kshipra Flusses in Ujjain hatte.

Sandipanis Frau liebte Krishna über alles und wollte Ihn für immer bei sich haben. Doch Sandipani erklärte ihr: ‚Das kann nicht sein. Er braucht keine Lehren, niemand kann Ihn besitzen. Wenn Yashoda Ihn nicht in Gokula halten konnte, wie willst du Ihn behalten. Gib Ihm was du kannst, doch verlange nichts zurück.‘

Krishna und Sudama
Unter den Schülern war auch ein Junge mit Namen Sudama, er war ein Freund Krishnas. Eines Tages schickte der Guru beide ins Dorf, um Utensilien für die Verehrungsriten zu besorgen. Die Frau des Gurus gab Ihnen Reiskuchen mit und sie machten sich auf den Weg. Sudama fragte Krishna: ‚Ich habe gehört Du spielst Flöte, ich möchte Deinem Spiel auch gern einmal lauschen.‘ Krishna erklärte ihm, dass das Vergangenheit sei und man niemals zurückschauen sollte.

Nach einiger Zeit begann es zu regnen. Beide setzten sich auf einen Baum. Es regnete sehr lange, die Reiskuchen hatte Sudama. Da er hungrig war aß er sie alleine auf und entschuldigte sich als der Regen aufgehört hatte bei Krishna dafür. Krishna antwortete: ‚Das macht nichts. Du hast sie nur geliehen, ich werde sie später essen‘.

Als sie wieder im Ashram waren erzählte Sudama dem Guru was geschehen war. Er war sehr traurig darüber und sprach: ‚Das ist sehr schade. Du hast dir selbst die Tür für die Sonne verschlossen. Du hast Gott veranlasst, zu deinem Schicksal eine unschöne Tat hinzuzufügen. Nur Krishna kann dir nun noch helfen. Da du die Tat bereust werde ich für dich beten.‘

Sudama fragte Krishna kleinlaut: ‚Hast Du alles der Frau des Gurus erzählt?‘ Krishna lächelte und sprach: ‚Nein, warum sollte Ich ihr das erzählen? Erinnere dich was der Guru dir dazu gesagt hat. Wegen einer kleinen Menge Reiskuchen geht eine Freundschaft nicht kaputt und was unter Freunden geschehen ist muss unter Freunden bleiben.‘

Krishnas und Balaramas Lehrjahre waren zu Ende. Der Guru und seine Frau hatten vor langer Zeit ihren Sohn verloren. Krishna wollte ihn zum Dank für die Zeit des Lernens dem Paar zurückbringen. Krishna und Balarama machten Sich auf die Suche nach ihm.

Da der Ort nahe des Ozeans war baten sie ihn, des Gurus Sohn zurückzugeben. Der Ozean erklärte Ihnen, dass er den Sohn nicht bei sich habe, er sich jedoch vorstellen könne, dass der Dämon Panchajanya, der im Ozean in Gestalt einer Muschel lebt, ihn bei sich habe. Krishna tauchte in den Ozean und fand Panchajanya, Er tötete ihn, konnte aber des Gurus Sohn nicht finden. Er nahm die Muschel und kam nach oben.

Er ging zu Yama, den Herrn des Todes, und fragte nach dem Sohn. Yama erklärte Ihm, dass es hier nur Seelen, keine Körper gebe. Krishna wiederholte nochmals, dass Er den Sohn Seines Gurus zurückhaben wolle. Yama übergab ihn Ihm. Als Krishna und Balarama wieder in den Ashram kamen war die Freude groß, der verlorene Sohn war nach langen Jahren zu seinen Eltern zurückgekehrt.

Bevor die beiden zurückkehrten verabschiedete sich Sudama von Krishna: ‚Wirst Du mich vergessen, wenn Du in Mathura bist?‘ Krishna antwortete: ‚Wie könnte ich dich vergessen, wir sind Freunde und du musst mir noch den Reiskuchen zurückgeben‘. Sudama fragte: ‚Du erinnerst Dich immer noch an diese Nacht?‘ Krishna erwiderte lächelnd: ‚Ja, Ich bekomme noch etwas von dir, deshalb erinnere Ich Mich. Du hast Mir noch etwas zu geben und hast es vergessen. Wir werden noch einmal aufeinandertreffen.‘ Sudama wurde nachdenklich.

(Wie die Geschichte mit Sudama weitergeht lesen Sie unter Mythen > Sudama)

Krishna und Balarama machten Sich auf den Weg nach Hause.

Hier enden die Lehrjahre Krishnas, Seine Jugend ist vorüber. Er ist erwachsen und muss in der Welt Seine Pflichten erfüllen wegen derer Er auf dieser Erde erschienen ist.

Nun wird Sein Leben im Mahabharata weitererzählt, dieses finden Sie auf meiner Mythenseite.

 

Aus dem Englischen übersetzt mit freundlicher Genehmigung von Sushma Gupta.