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Sein Leben

Krishna erschien im Dvapara Yuga am 19. Juli 3228 v.C. am 8. Tag der dunklen Hälfte des Mondes im Monat Bhadrapada (August/September) um Mitternacht. Er verschied am 18. Februar 3102 v. C. an Neumond im Monat Phalguna (Februar/März). Mit Seinem Verscheiden begann das Kali Yuga, das dunkle, letzte Zeitalter der derzeitigen Ära.

Krishnas Geburt

König Ugrasena regierte im Königreich Mathura. Er hatte einen Sohn mit Namen Kamsa, der ein grausamer und unbarmherziger Mensch war. Das Volk fürchtete sich vor ihm. Eines Tages machten sich Abgesandte auf den Weg zu Ugrasena und berichteten ihm von ihrem Leid. Ugrasena beruhigte sie und versprach, Abhilfe zu schaffen.

König Jarasandha regierte im Königreich Magadha. Er verheiratete seine beiden Töchter, Asti und Prapti, mit Kamsa.

Als Kamsa davon erfuhr, dass sich das Volk über ihn beschwert hatte nahm er zusammen mit Jarasandha seinen Vater gefangen und steckte ihn ins Gefängnis.

Prinz Vasudeva gehörte zur Vrishni Familie und war mit Kamsa gut befreundet, deshalb verheiratete Kamsa seine Schwester Devaki mit ihm. Am Tag der Hochzeit fuhr er selbst das Paar in sein neues Heim.

Als sie dort ankamen hörte er eine Stimme aus dem Himmel: ‘Der achte Sohn Devakis wird dich töten’. Zuerst lachte Kamsa, doch dann war ihm klar, dass himmlische Stimmen wohl kaum lügen. Sofort zog er sein Schwert und wollte Devaki töten. Vasudeva konnte ihn zurückhalten: ‘Es gehört sich nicht für einen Mutigen wie dich, seine Schwester zu töten. Dein Vollstrecker wird ihr Kind sein, nicht sie selbst. Deshalb verspreche ich dir, dir das achte Kind zu übergeben’.

Kamsa ließ sich zwar überreden, doch steckte er die beiden vorsichtshalber ins Gefängnis und erklärte ihnen, dass er alle Kinder der beiden töten werde.

Bald gebar Devaki ihren ersten Sohn. Kamsa tötete ihn sofort. So geschah es auch mit den fünf weiteren Söhnen.

Dann wurde er über die siebte Schwangerschaft informiert. Doch schon bald darauf mussten seine Informanten ihm mitteilen, dass man von der Schwangerschaft nichts mehr sehen konnte und man auch über keine Fehlgeburt wisse. Es blieb unklar was mit dem siebten Kind geschah.

Bhagavan ließ Yogamaya das Kind aus Devakis Leib nehmen und es in Rohinis Leib übertragen, sie war die zweite Frau Vasudevas. Yogamaya selbst wurde später als Tochter von Yashoda geboren.

Es kam die Zeit als Kamsa über die achte Schwangerschaft Devakis informiert wurde. Er wartete sehnsüchtig auf die Geburt. Das Kind, Krishna, wurde am 8. Tag der dunklen Phase des Mondes im Monat Bhadrapada an einem Mittwoch um Mitternacht geboren.

Eine himmlische Stimme sprach zu Vasudeva: ‘Bringe das Kind nach Gokula zu deinem Freund Nanda, lasse es dort und nimm seine Tochter mit.

Vasudeva und Devaki hörten die Stimme, doch wie sollte Vasudeva dem gut bewachten Gefängnis entkommen? Zu ihrer Überraschung schliefen die Wachen ein, die Tore öffneten sich, die Fußfesseln lösten sich von Vasudevas Füßen. Plötzlich war Vasudeva frei, überall hinzugehen.

So wickelten sie das Kind in eine Decke und Vasudeva machte sich auf den Weg zu Nanda. Es stürmte und regnete in Strömen in dieser Nacht, da erschien die Schlange Shesha und schützte Vater und Kind mit ihren tausend Häuptern, die sie wie einen Schirm über sie ausbreitete. Die Yamuna zog ihre Wasser zurück und Vasudeva brachte Krishna sicher ans andere Ufer.

Als er Nandas Haus erreichte waren alle Türen offen, Yashoda und Nanda schliefen. Vasudeva tauschte die Kinder aus und ging so schnell wie möglich ins Gefängnis zurück. Als er in seiner Zelle ankam schlossen sich die Tore, die Fußfesseln legten sich wieder um seine Füße und die Wachen erwachten, weil das Kind zu weinen begann.

Sofort meldeten sie die Geburt Kamsa und dieser eilte herbei um das Kind zu töten. Er nahm es und wollte es auf einen Stein werfen. Doch das Kind flog nicht auf den Boden, sondern in die Höhe und sprach: ‚Ich bin nicht dein Vollstrecker, Kamsa. Dieser ist bereits geboren.‘ Dann entschwand es in den Himmel.

Kamsa war außer sich vor Furcht. Er wurde gewahr, dass das Kind ein Mädchen war und er frage Devaki und Vasudeva wo sie ihren Sohn versteckt hätten. Doch konnten sie ihm die Antwort nicht geben. So ging er zornig in seinen Palast zurück.

Als es Morgen wurde erfuhr das Dorf, dass in Nandas Haus ein Sohn geboren war, alle Bewohner kamen, um den Eltern zu gratulieren und den Sohn zu sehen.

Kamsa war verunsichert über die Geburt dieses Mädchens, das eindeutig nicht Devakis Kind sein konnte. Sein Astrologe sagte ihm, dass für Devaki kein Mädchen vorgesehen war. Sie musste einen Sohn geboren haben und dies stimmte auch mit der Aussage des Mädchens überein. Doch wo war sein Vollstrecker? Er beauftragte seinen Minister, alle in dieser Nacht geborenen Jungen zu töten. Der Minister wandte ein: ‚König, wenn wir das tun gibt es im Königreich einen Aufstand. So schnell wächst der Junge nicht heran. Lasse uns erst klären wie viele Jungen es sind und wo sie geboren wurden.‘

Krishnas Jugend

Ein Berater Kamsas informierte ihn, dass in Gokula eine große Feier stattfand, die man bis Mathura höre. Kamsa verlangte, dass die Armee sofort nach Gokula ausrücke. Doch wieder mahnte ihn der Minister, man könne nicht gleich mit einem Heer einmarschieren es gebe andere Mittel. Er dachte an Putana.

Putana
Putana war Kamsas Amme. Er stimmte der Idee zu, rief sie zu sich und bat sie, seinen Feind zu töten. Doch Putana sah sich außer Stande dazu, bis er ihr erklärte, dass sein Feind ein Kind sei. Er bat sie, nach Gokula zu gehen und alle Jungen zu töten, die innerhalb der letzten sieben Tage geboren wurden. Putana war einverstanden und sprach: ‚Ich werde meine Brüste mit süßem Gift bestreichen und alle töten. Sorge dich nicht.‘

Rohini kam zu Nanda und Yashoda zu Besuch. Sie mahnte zur Vorsicht, man höre die Feierlichkeiten bis nach Mathura und er solle seine Begeisterung etwas zügeln. Er erfuhr, dass in Gokula viele Neugeborene starben und alle zur gleichen Zeit wie sein Sohn geboren wurden. Nanda rief die Dorfbewohner zusammen und hörte, dass alle Säuglinge an vergifteter Milch starben. Keiner konnte verstehen was da geschah.

Die Minister informierten Kamsa, dass Putana ihre Aufgabe erfolgreich erfülle und bald zurück sein würde. Sie kam nun zu Nandas Haus, die Tür war offen und es war niemand zu Hause. Sie nahm Krishna aus der Wiege und säugte Ihn. Krishna jedoch saugte ihr das Leben aus. Es war für sie zu spät, sie konnte sich nicht mehr von Ihm befreien, Er hatte Sich an ihren Brüsten festgesaugt. Krishna gab ihr die Ehre, Seine Mutter zu sein und ließ sie in Sein Reich im Himmel eingehen. Als Yashoda zurück kam fand sie ihren Sohn neben der toten Putana liegen.

Kamsa wurde informiert, dass Putana nicht mehr am Leben sei, jedoch kein Kind überlebt habe. So war Kamsa frei von Sorge, er war sicher, dass sein Vollstrecker tot sei.

Der Butterdieb
Krishna wuchs heran und streunte auch außerhalb des Hauses herum. Eines Tages erzählte ein Kind Yashoda, dass Krishna Lehm gegessen habe. Als sie Krishna fragte stritt Er es ab, doch Yashoda schaute in Seinen Mund. Da sah sie keinen Lehm, sondern das gesamte Universum – Sonnen, Monde, Sterne, Flüsse, Berge, Ozeane – alles in diesem kleinen Mund. Yashoda erschrak, Krishna schloss Seinen Mund und lächelte. Yashoda verbot ihm, jemals wieder Lehm zu essen. Krishna versprach es ihr.

Je größer Krishna wurde umso mehr Unsinn hatte Er im Kopf. Mit Seinen Freunden stahl er bei den Kuhhirtinnen eines Tages Butter. Auch das erfuhr Yashoda, sie war entrüstet, dass ihr Sohn ein Butterdieb genannt wurde, mehr noch, man erzählte sich, dass er Kühe scheuche und Wassergefäße zertrümmere. Eines Tages wurde Krishna beim Diebstahl erwischt. Die Bestohlene band Krishna mit einem Seil fest und rannte zu Yashoda und sprach: ‚Komm mit zu mir nach Hause, dein Sohn hat bei mir Butter gestohlen, ich habe Ihn auf frischer Tat ertappt und mit einem Seil festgebunden.‘  Doch Yashoda lachte nur, führte die Dame ins Haus, wo Krishna vergnügt spielte. Die Bestohlene war verwirrt, wenn das Krishna war, wer war dann der Junge, den sie festgebunden hatte? Und wenn der festgebundene Junge nicht Krishna war, wer war er dann?

Sie rannte nach Hause und fand Krishna festgebunden, sie anlachend. Total durcheinander rannte sie wieder zu Yashoda und sah Krishna weiterhin spielend. Sie fiel in Ohnmacht, wie konnte der Junge an beiden Orten sein?

Eines Tages jedoch erwischte Yashoda Krishna bei Butter stehlen. Er sagte allerdings, dass er keine Butter gestohlen habe, sondern Seine Freunde sie Ihm nur um den Mund gestrichen hätten. Doch diesmal glaube sie Ihm nicht. Ärgerlich nahm sie Ihn mit nach Hause und wollte Ihn mit einem Seil an einem Baum festbinden. Doch jedes Seil war zu kurz, sie holte immer wieder ein längeres – vergeblich. Als Krishna die Verzweiflung Seiner Mutter sah band Er Sich Selbst fest.

Neben dem Baum, an dem Krishna nun festgebunden war, stand noch ein zweiter. Beide Bäume waren in ihren früheren Leben Geister, Söhne Kuberas, des Schatzmeisters der Götter. Sie unterlagen einem Fluch des Weisen Narada und waren als Arjuna Bäume wiedergeboren. Krishna riss die Bäume aus, die Brüder waren von ihrem Fluch erlöst, bedankten sich bei Ihm und gingen in ihr Reich zurück.

Die Schlange Kaliya
In der Yamuna lebte die Schlange Kaliya, sie hatte den Fluss vergiftet und viele Kühe starben, weil sie aus dem Fluss getrunken hatten. Krishna sprang ins Wasser. Auf dem Grund fand Er Kaliya und bat ihn, sein Gift aus dem Fluss zu nehmen. Da er nicht auf Krishna hörte griff Krishna ihn an. Doch da kamen seine Frauen und beteten zu Krishna, Er möge ihren Gatten verschonen und versprachen Ihm, das Wasser werde frei von Gift sein. Krishna kam aus dem Fluss, auf Kaliyas Haupt tanzend. Kaliya und seine Familie suchten sich einen anderen Verweilort.

Die Gopis
Krishna ist nun ein junger Mann und bezaubert die Kuhhirtinnen (Gopis) mit Seinem Flötenspiel. Wann immer sie Ihn hören, ließen sie alles stehen und liegen und rannten zu Ihm. Und nicht nur die Gopis fühlten sich zu Krishna hingezogen, auch die Kühe und Kälber umringten Ihn.

Eines Tages nahmen die Gopis in der Yamuna ein Bad. Ihre Gewänder legten sie unter einen Baum. Krishna nahm sie und setzte Sich damit auf einen Ast des Baumes. Als die Gopis mit dem Baden fertig waren suchten sie nach ihren Gewändern, da entdeckte eine von ihnen Krishna auf einem Ast sitzend, ihre Gewänder in Händen. Sie baten Ihn, sie herunterzuwerfen, wie sollten sie sonst aus dem Waser kommen. Krishna sprach: ‚Kommt heraus so wie ihr seid‘. Doch als er spürte, dass die Gopis verzweifelt waren gab Er ihnen ihre Gewänder zurück. Als sie sich angezogen hatten tanzte Er mit ihnen die ganze Nacht hindurch den Maha Rasa, den Großen Tanz.

Die Menschen von Nandas Dorf mussten Teile ihrer Butter als Abgabe zum König, Kamsa, bringen. Eines Tages verbat Krishna ihnen, das weiterhin zu tun. Der König habe kein Recht, ihnen ihre Butter wegzunehmen, er könne höchstens so viel erhalten wie übrig bliebe.

Als keine Butter bei Hofe eintraf befahl Kamsa seinen Ministern, die Kühe aus Gokula nach Mathura zu treiben. Als dies geschah kamen alle Kuhhirten in ihrer Verzweiflung zu Nanda, dieser wiederum wandte sich an Krishna. Krishna holte Seine Flöte hervor, begann zu spielen und alle Kühe kamen zurück.

Die Soldaten erzählten Kamsa was geschehen war. Er wollte das gesamte Dorf niederbrennen, dachte dabei an seinen Freund, den Dämon Pralamba. Pralamba machte sich sofort auf den Weg und legte das Feuer. Doch Balarama, Krishnas Bruder, tötete Pralamba und Krishna löschte das Feuer.

Govardhan
Das Dorf bereitete das jährliche Opfer für Indra, den König der Götter, vor. Krishna fragte Seinen Vater zu was das gut sein solle. Nanda erklärte Ihm, dass Indra es regnen lasse und so die Kühe Futter hätten und sie Milch und Butter. Dafür wolle man Ihn ehren, sollte das Opfer ausbleiben würde Er bestimmt zornig.

Krishna fragte: ‚Warum verehrt ihr einen Gott, der böse wird, wenn man Ihn nicht verehrt? Ärger ist unter der Würde eines Gottes. Wir sind Kuhhirten, wir verehren nur Kühe, den Berg Govardhan und die Yamuna. Also lasst das mit dem Opfer.‘

So verehrten die Dorfbewohner dieses Jahr Indra nicht, sondern den Berg Govardhan. Indra wurde zornig und entließ gewaltige Regenmassen aus dem Himmel. Gokula stand schon bald unter Wasser. Krishna hob den Berg Govardhan mit Seinem kleinen Finger in die Höhe und alle Dorfbewohner fanden darunter Schutz. Sieben Tage und sieben Nächte regnete es ununterbrochen und so lange hielt Krishna den Berg über die Menschen. Indra kam und bat um Vergebung.

Kamsa
Die wundersamen Ereignisse machten Kamsa mit der Zeit stutzig. Er begann darüber nachzudenken, dass das nicht Nandas Sohn sein konnte, sondern wahrscheinlich Devakis achter Sohn. Er wollte Ihn nach Mathura bestellen und töten.

Er ließ Akrura zu sich kommen und erzählte ihm, er bereue alles was er seiner Schwester angetan habe und wolle ihr ihren achten Sohn zurückgeben, danach könne sie ihn töten. Er möge diese Nachricht seinem Neffen, Krishna, überbringen und Ihn bitte so schnell wie möglich nach Mathura zu kommen. Akrura war zwar misstrauisch, aber was sollte er tun, er führte den Befehl aus. Kamsa bereitete inzwischen alles vor, um Krishna zu vernichten.

Akrura überbrachte die Nachricht Nanda, der fragte: ‚Warum will der König nur meinen Sohn sehen?‘ Akrura antwortete: ‚Wir beide wissen, wessen Sohn Krishna ist.‘ Doch Nanda traute Kamsa nicht. Akrura jedoch sprach: ‚Krishna hat den Berg Govardhan sieben Tage lang auf einem Finger hochgehalten. Wer sollte Ihm etwas anhaben können. Mache dir um Ihn keine Sorgen.‘

Da kamen Krishna und Balarama dazu. Als sie hörten warum Akrura gekommen war waren sie hoch erfreut. Schon immer wollten sie in das schöne Mathura. Obwohl auch Yashoda strikt dagegen war, so setzte sich Krishna doch wie immer durch und machte Sich mit Seinem Bruder auf nach Mathura.

Akrura unterhielt sich mit Krishna darüber, wessen Sohn Er sei. Doch Krishna erklärte ihm, dass Er allein Yashoda als Seine Mutter anerkenne.

Als sie in Mathura ankamen trafen sie auf eine bucklige Frau, die Sandelholzpaste verkaufte. Krishna richtete sie auf. Sie betete zu Ihm und ging weg.

Dann kamen sie an den Platz, an dem Kamsas Wäsche gewaschen wurde. Krishna bat um angemessene Kleidung für sich und Balarama. Die Wäscher griffen Ihn an, doch jeden der Ihn berührte stieß Krishna in den Boden. Alle flüchteten.

Auf Ihrem Weg kamen sie am Zeughaus vorbei. Krishna bat die Wachen, einen Bogen berühren zu dürfen. Sie erlaubten es. Dann verlangte Krishna, den Bogen anheben zu dürfen. Auch das durfte Er. Er hob ihn an und brach ihn entzwei. Der Bogen war so groß und schwer, dass hundert Männer nötig waren, um ihn zu halten. Die Wachen flüchteten. Als der Bogen brach, drang dieses Geräusch auch in Kamsas Palast. Er ahnte, dass sein Ende gekommen sein könnte.

Als er erfuhr was geschehen war rief er seine Ringer Chanura und Mushtika und die Elefantenführer mit ihren Elefanten, um vorbereitet zu sein.

Krishna und Balarama wurden am nächsten Tag in der Arena Kamsas begrüßt. Krishna sollte von einem Elefanten angegriffen werden, sobald er durch das Tor ging, doch der Elefant verneigte sich vor Krishna. Krishna segnete ihn und betrat die Arena. Kamsa war verunsichert.

Kamsa begrüßte nun Krishna und sprach: ‚Wir haben gehört, dass du den Govardhan Berg auf deinem kleinen Finger gehalten hast. Wir möchten mehr deiner Wundertaten sehen.‘ Er hatte vier Ringer einbestellt, die zuerst dem Volk ihre Kräfte zeigten. Dann bat er Krishna, es ihnen gleich zu tun. Krishna und Balarama kämpften nur einen Moment mit ihnen und töteten sie alle. Kamsa wollte Krishna für diesen Sieg umarmen, doch Krishna tötete ihn auf der Stelle.

Da Krishna Kamsa getötet hatte war Er automatisch König von Mathura. Als erstes ging er ins Gefängnis, um Seine Eltern zu befreien. Diese baten Ihn jedoch, erst König Ugrasena und dann sie zu befreien.

Krishna befreite Ugrasena, dieser sprach: ‚Du hast Kamsa getötet, Du bist der rechtmäßige König‘. Doch Krishna erwiderte: ‚Niemand außer dir ist König, bitte lasse Meine Eltern frei.‘ Ugrasena befreite Devaki und Vasudeva von ihren Fesseln und entließ sie in die Freiheit. Beide gingen in ihr Königreich zurück.

Nanda kam nun auch dazu und erklärte Krishna, dass Er mit Seinen leiblichen Eltern gehen müsse. Doch Krishna sprach: ‚Vater, Ich gehöre nur zu dir, Gokula ist Meine Heimat‘. Nanda erwiderte: ‚Das sind Deine Eltern, sie haben so viele Jahre auf Dich gewartet‘. Mit Tränen in den Augen ging er weg.

Als Nanda nach Hause kam fragte Yashoda, wo ihr Sohn sei. Sie war sicher, dass Devaki nicht erlaubt hatte, dass Er zu ihr zurückkehre. Doch Nanda sprach: ‚Sei stolz, dass du den Herrn des Universum aufgezogen hast. Ein Kind aufzuziehen ist wertvoller als es zu gebären. Wenn du ihm nicht Laufen beigebracht hättest, wie hätte Er nach Mathura kommen sollen?‘

Krishnas und Balaramas Lehrzeit

Krishna und Balarama waren nun erwachsen und es war Zeit für sie, einen Lehrer zu finden. Es sollte der Weise Sandipani sein, der seinen Ashram am Ufer des Kshipra Flusses in Ujjain hatte.

Sandipanis Frau liebte Krishna über alles und wollte Ihn für immer bei sich haben. Doch Sandipani erklärte ihr: ‚Das kann nicht sein. Er braucht keine Lehren, niemand kann Ihn besitzen. Wenn Yashoda Ihn nicht in Gokula halten konnte, wie willst du Ihn behalten. Gib Ihm was du kannst, doch verlange nichts zurück.‘

Krishna und Sudama
Unter den Schülern war auch ein Junge mit Namen Sudama, er war ein Freund Krishnas. Eines Tages schickte der Guru beide ins Dorf, um Utensilien für die Verehrungsriten zu besorgen. Die Frau des Gurus gab Ihnen Reiskuchen mit und sie machten sich auf den Weg. Sudama fragte Krishna: ‚Ich habe gehört Du spielst Flöte, ich möchte Deinem Spiel auch gern einmal lauschen.‘ Krishna erklärte ihm, dass das Vergangenheit sei und man niemals zurückschauen sollte.

Nach einiger Zeit begann es zu regnen. Beide setzten sich auf einen Baum. Es regnete sehr lange, die Reiskuchen hatte Sudama. Da er hungrig war aß er sie alleine auf und entschuldigte sich als der Regen aufgehört hatte bei Krishna dafür. Krishna antwortete: ‚Das macht nichts. Du hast sie nur geliehen, ich werde sie später essen‘.

Als sie wieder im Ashram waren erzählte Sudama dem Guru was geschehen war. Er war sehr traurig darüber und sprach: ‚Das ist sehr schade. Du hast dir selbst die Tür für die Sonne verschlossen. Du hast Gott veranlasst, zu deinem Schicksal eine unschöne Tat hinzuzufügen. Nur Krishna kann dir nun noch helfen. Da du die Tat bereust werde ich für dich beten.‘

Sudama fragte Krishna kleinlaut: ‚Hast Du alles der Frau des Gurus erzählt?‘ Krishna lächelte und sprach: ‚Nein, warum sollte Ich ihr das erzählen? Erinnere dich was der Guru dir dazu gesagt hat. Wegen einer kleinen Menge Reiskuchen geht eine Freundschaft nicht kaputt und was unter Freunden geschehen ist muss unter Freunden bleiben.‘

Krishna und Balaramas Lehrjahre waren zu Ende. Der Guru und seine Frau hatten vor langer Zeit ihren Sohn verloren. Krishna wollte ihn zum Dank für die Zeit des Lernens dem Paar zurückbringen. Krishna und Balarama machten Sich auf die Suche nach ihm.

Da der Ort nahe des Ozeans war baten sie ihn, des Gurus Sohn zurückzugeben. Der Ozean erklärte Ihnen, dass er den Sohn nicht bei sich habe, er sich jedoch vorstellen könne, dass der Dämon Panchjanya, der im Ozean in Gestalt einer Muschel lebt, ihn bei sich habe. Krishna tauchte in den Ozean und fand Panchjanya, Er tötete ihn, konnte aber des Gurus Sohn nicht finden. Er nahm die Muschel und kam nach oben.

Er ging zu Yama, den Herrn des Todes, und fragte nach dem Sohn. Yama erklärte Ihm, dass es hier nur Seelen, keine Körper gebe. Krishna wiederholte nochmals, dass Er den Sohn Seines Gurus zurückhaben wolle. Yama übergab ihn Ihm. Als Krishna und Balarama wieder in den Ashram kamen war die Freude groß, der verlorene Sohn war nach langen Jahren zu seinen Eltern zurückgekehrt.

Bevor die beiden zurückkehrten verabschiedete sich Sudama von Krishna: ‚Wirst Du mich vergessen, wenn Du in Mathura bist?‘ Krishna antwortete: ‚Wie könnte ich dich vergessen, wir sind Freunde und du musst mir noch den Reiskuchen zurückgeben‘. Sudama fragte: ‚Du erinnerst Dich immer noch an diese Nacht?‘ Krishna erwiderte lächelnd: ‚Ja, Ich bekomme noch etwas von dir, deshalb erinnere Ich Mich. Du hast Mir noch etwas zu geben und hast es vergessen. Wir werden noch einmal aufeinandertreffen.‘ Sudama wurde nachdenklich.

(Wie die Geschichte mit Sudama weitergeht lesen Sie unter Mythen > Sudama)

Krishna und Balarama machten Sich auf den Weg nach Hause.

Hier enden die Lehrjahre Krishnas, Seine Jugend ist vorüber. Er ist erwachsen und muss in der Welt Seine Pflichten erfüllen wegen derer Er auf dieser Erde erschienen ist.

Nun wird Sein Leben im Mahabharata weitererzählt.

Krishnas Verscheiden

Krishna wurde von dem Jäger Jara getötet. Er verwechselte Krishnas Füße mit den Ohren einer Gazelle. Pandu schoss zu Beginn des Mahabharatas ebenfalls aus Versehen auf ein Liebespaar, er war auf der Jagd nach einer Gazelle. So schließt sich dieser Kreis.

Einst war Durvasa bei Krishna zu Besuch. Er forderte Ihn und Rukmini auf, ihren Körper mit einem Reispudding zu bestreichen. Es war kein gewöhnlicher Reispudding, sondern ein Schutzschild (Kavaca). Krishna bestrich Seinen Körper, außer die Fußsohlen. So war Er an den Fußsohlen verletzlich.

Siehe ‚Mythen > Der Schutz-Pudding‘

 

 

Aus dem Englischen übersetzt mit freundlicher Genehmigung von Sushma Gupta, Toronto.