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Naganjiti

Naganjiti war die Tochter von König Naganjit aus dem Königreich Ayodhya.

Aus allen Königreichen kamen Heiratsangebote, viele Prinzen und Könige wollten die schöne Prinzessin heiraten, doch sie lehnte alle ab.

Naganjit war verzweifelt: ‚Naganjiti, warum lehnst du alle Bewerber ab?‘

Naganjiti wusste wen sie heiraten wollte, doch scheute sie sich, es ihrem Vater zu sagen, und vor allem wusste sie nicht, ob der Auserwählte sie heiraten wollte.

Naganjiti überlegte und bat ihren Vater: ‚Bitte organisiere einen Svayamvara (Fest der Gattenwahl) für mich. Ich werde dann den mutigsten Mann wählen.‘

Naganjit fragte seine Tochter: ‚Wie möchtest du, dass die Männer ihren Mut beweisen?‘

Naganjiti hatte eine klare Vorstellung: ‚Vater, wir haben sieben feurige Bullen. Wer diese sieben Bullen zusammenbinden kann, der soll mein Gatte werden.‘

Naganjit wusste, dass dies eine unlösbare Aufgabe war … da durchfuhr es ihn … plötzlich wusste er, wen Naganjiti auserwählt hatte. Ob Er kommen würde …?

Naganjit organisierte den Svayamvara und lud alle Könige und Prinzen zu dem Wettbewerb ein. Keiner sagte ab.

Der große Tag war gekommen. Es war auch eine Gelegenheit, den Wohlstand zu Schau zu stellen. Sie kamen mit ihren Armeen, mit tausenden von Elefanten und Pferden und überreichten dem Brautvater kostbarste Juwelen.

Am nächsten Tag fanden sie sich am Ort des Wettbewerbs ein.

König Naganjit hießt sie alle herzlich willkommen und erklärte die Regeln: ‚Ich will den mutigsten Gatten für meinen Tochter finden. Ich habe sieben Bullen.‘

Auf ein Zeichen des Königs stürmten sieben Bullen in die Arena.

‚Die Prinzessin wird den erwählen, der diese sieben Bullen einfängt und zusammenbindet. Möge der Beste gewinnen!‘

Der Wettbewerb begann.

Der erste Bewerber gab sein Bestes, doch musste er vor den Bullen flüchten. Einer nach dem anderen versuchte sein Glück, keinem gelang es auch nur einen Bullen einzufangen.

Die Könige und Prinzen wurden ärgerlich und sprach zu Naganjit: ‚Wenn du deine Tochter nicht verheiraten willst, warum hast du uns dann eingeladen? Du hast eine Aufgabe gestellt, die nicht erfüllt werden kann.‘

Naganjit war in einer Zwickmühle. Der Wettbewerb war ein Reinfall und nicht nur, dass der erwünschte Bewerber nicht erschienen ist, das Ganze fiel nun auf ihn zurück. Sein Ruf war dahin, denn die Gäste sahen dies als Demütigung.

Naganjit betete, dass es doch einem gelingen möge, die sieben Bullen zu fangen.

Als Antwort erschienen zwei Personen in einem Wagen. Sie kamen ohne Armee und ohne Pomp. Doch sie kamen mit einem erkennbaren Selbstbewusstsein.

Krishna stieg aus dem Wagen, Arjuna, sein Wagenlenker, band die Pferde an und ging auf Naganjit zu.

Da alle Aufmerksamkeit auf Naganjit gerichtet war bemerkte keiner die strahlenden Augen von Naganjiti.

Krishna verneigte sich vor Naganjit: ‚Ich habe gehört, dies ist ein Svayamvara für Prinzessin Naganjiti. Bin Ich zu spät gekommen?‘

Naganjit wusste, dass Krishna die Prinzen auf den Arm nehmen wollte. Er schüttelte den Kopf, während die anderen ärgerlich auf Krishna starrten.

Naganjit antwortete: ‚Nein, Krishna. Ich erkläre Dir die Regeln. Wer diese sieben Bullen einfängt und zusammenbindet gewinnt die Hand der Prinzessin.‘

Krishna betrat die Arena. Naganjit und Naganjiti hielten den Atem an. Die anderen Bewerber beobachteten die Szene mit Misstrauen und Ärger … Krishna war unter Kuhhirten aufgewachsen … Er konnte mit den Tieren umgehen.

Arjuna beobachtete die Könige und Prinzen, er hörte die Gespräche … er machte sich keine Gedanken um Krishna … doch was würde geschehen, wenn Er die Prinzessin gewinnt. Arjuna war ein hervorragender Krieger und er wusste warum Krishna ihn mitgenommen hatte. Er erwartete Ärger …

Krishna ging auf den ersten Bullen zu, nahm ihn bei den Hörnern, führte ihn zum zweiten und band sie zusammen, dann ging Er zum dritten … zum vierten … bald standen die sieben Bullen aufgereiht und zusammengebunden in der Arena.

Die Musik setzte ein – die Prinzessin war verheiratet.

Krishna verließ die Arena.

Ein Prinz ging auf Naganjit zu: ‚Du hast uns gedemütigt, Naganjit:‘

Naganjit antwortete überrascht: ‚Warum, was ist geschehen? Es war ein fairer Wettbewerb, Krishna ist der König von Dwaraka und Er hat gewonnen.‘

‚Schäme dich Naganjit. Er ist als Kuhhirte aufgewachsen.‘

Ein Prinz mischte sich ein: ‚Er ist ein Mörder, Er hat Seinen Onkel getötet.‘

Ein König zog sein Schwert und forderte Krishna zum Kampf: ‚Du bist Naganjiti nicht wert, kämpfe um sie.‘

Krishna drückte sein Schwert mit einem Finger auf den Boden: ‚Ich habe den Wettbewerb gewonnen. Der Vater stimmt zu, die Tochter stimmt zu. Was hast du daran auszusetzen?‘

Arjuna suchte Krishnas Blick. Krishna schüttelte den Kopf … nicht hier … draußen. Arjuna verstand und beobachtete die Situation weiterhin.

Ein König schrie: ‚Krishna, ich erkläre Dir den Krieg für diese Beleidigung!‘

Sofort stimmten alle Könige zu: ‚Ja … Krieg!‘

Als Krishna und Arjuna, mit Naganjiti in ihrer Mitte, die Arena in Richtung des Wagens verlassen wollten griffen die Truppen sie an. Krishna gab seinem Schwiegervater ein Zeichen, dass er sich keine Sorgen zu machen brauche.

Er sprach lachend zu Arjuna: ‚Arjuna, ich bin frisch verheiratet, Ich habe jetzt keine Lust zu kämpfen.‘

Arjuna lachte zurück: ‚Das habe ich mir schon gedacht, Krishna. Ich erledige das für Dich.‘

Naganjiti schaute ängstlich zu Krishna, doch Er hielt ihre Hand ganz fest und sprach: ‚Keine Angst Naganjiti. Für Arjuna ist das ein Kinderspiel.‘

Naganjiti schaute ungläubig.

Arjuna stellte sich vor die Könige und Prinzen: ‚Hört mir zu, Krishna hat Naganjiti fair gewonnen … sie liebt Ihn … lasst es uns dabei bewenden.‘

Ein König rief: ‚Ist das deine Art zu kämpfen, Arjuna? Ich dachte du bist ein mutiger Krieger! Hör auf zu reden und lass uns kämpfen.‘ Dabei schaute er auf sein riesiges Heer.

Arjuna seufzte und ging zum Wagen: ‚Sie wollten den Krieg.‘ Krishna zuckte mit den Achseln.

Arjuna spannte seinen Gandiva Bogen und ein Donnerhall erklang. Die Könige und Prinzen waren verunsichert. Doch wie sollte ein Mann gegen Armeen gewinnen können.

Die Pfeile von Arjunas Gandiva Bogen prasselten wie Regen auf die Armeen. Sie hatten keine Chance.

Arjuna wollte allerdings nicht, dass jemand zu Schaden kam. Er schoss die Pfeile so, dass sie nur die Bogen der Gegner trafen und sie brachen. Dann schoss er Pfeile, die die Gewänder der Könige und Prinzen verbrannten. Sie rannten weg so schnell sie konnten.

Dann bestieg Arjuna den Wagen und fuhr Krishna und Naganjiti nach Dwaraka.

 

Ich bedanke mich bei S. A. Krishnan für die Überlassung ihrer englischen Version.