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Namadev

In Pandharpur lebte der Schneider Dhamaji. Täglich, nach dem Bad, machte er sich auf zum Tempel, um Vithala (Krishna) zu verehren, danach frühstückte er.

Dhamaji und seine Frau Gonai waren kinderlos. So bat Gonai ihn eines Tages, zu Vithala um ein Kind zu beten.

Dhamaji tat dies und schon in der Nacht danach erschien ihm Vithala im Traum und erklärte ihm, dass er beim nächsten Morgenbad in den Wellen des Flusses einen Sohn finden werde.

Überglücklich erzählte Dhamaji diese frohe Botschaft seiner Frau und machte sich auf zum Fluss. Tatsächlich sah er eine Muschel im Wasser, er öffnete sie und fand darin einen Jungen. Er eilte nach Hause wo Gonai ihn freudig in Empfang nahmen. Sie nannten den Jungen Nama.

Nama wuchs als fröhliches Kind auf, täglich ging er mit seinem Vater zum Tempel. Eines Tages hatte der Vater keine Zeit und schickte Nama allein in den Tempel, um Vithala die Opfergaben darzubringen.

Nama verneigte sich for Vithala, verehrte Ihn und stellte die Opferspeise vor die Statue. Danach wartete er bis Vithala die Speise zu sich nahm … doch nichts geschah.

Gedanken gingen ihm durch den Kopf … war der Herr böse auf ihn, weil er etwas zu spät gekommen war? Er erklärte Ihm, dass er kurzfristig für seinen Vater hatte einspringen müssen, er weinte und bat Vithala, die Speise anzunehmen.

Diese Hingabe sehend erschien Vithala Nama, umarmte ihn und nahm die Speise zu Sich.

Vithala bat Nama allerdings, niemandem von dem was geschehen war zu erzählen. Nama versprach es und kehrte mit der leeren Opferplatte zurück.

Gonai fragte, wo die Speise geblieben sei, Name erklärte, dass Vithala sie verspeist habe.

Gonai erzählte dies Dhamaji, der sich ungläubig an seinen Sohn wandte: ‚Wie soll das geschehen sein? Was erzählst du da? Morgen gehen wir gemeinsam zum Tempel, damit ich mir das anschauen kann.‘

Am anderen Morgen gingen beide in den Tempel. Nama bat Vithala, zu erscheinen und die Speise zu Sich zu nehmen. Vithala ließ ihn wissen, dass Er nur für ihn, nicht für seinen Vater sichtbar wäre. Nama bat Vithala, Sich auch für seinen Vater sichtbar zu machen und Dhamaji konnte sehen, wie der Herr die Speise zu Sich nahm.

Nama heiratete Rajai, sie hatten einen Sohn mit Namen Narayan. Nama arbeitete nicht, er saß stets im Tempel und sang zum Lobe Vithalas.

Nach Dhamajis Tod hatte die Familie keinen Ernährer mehr.

Rajai betete zu Vithala und dieser suchte sie, in Gestalt von Keshava Seth, auf. Er stellte sich als Freund Namas vor und wolle ihn besuchen. Rajai erklärte, dass Nama nicht zu Hause sei und Er später wieder kommen solle.

Sie erzählte weiter, dass sie nichts zu essen im Haus habe, da Nama alles den Asketen spende.

Vithala stellte sich als Keshava Seth vor, der von der Armut Namas gehört habe und nun ein paar Goldmünzen vorbeibringen wollte.

Rajai ließ den Besucher nun ein, der ihr ans Herz legte, Nama nicht unter Druck zu setzen. Er übergab ihr die Goldmünzen und verließ das Haus.

Gonai jedoch hatte sich auf in den Tempel gemacht und sprach zum Herrn von ihren Sorgen um Nama, der sich nicht um das Wohlergehen der Familie kümmere und sich stattdessen nur im Tempel aufhalte. Sie rief Nama zu sich und befahl ihm, mit ihr nach Hause zu kommen.

Als sie dort ankamen hatte Rajai ein reichhaltiges Mahl gekocht. Sie alle zogen ihre feinsten Gewänder an und genossen die Köstlichkeiten.

Von Jani, einer Hausangestellten, erfuhr Nama was geschen war. Tränen entströmten seinen Augen, er nahm all die Goldmünzen und verteilte sie an die Asketen.

 

Aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung von Chenthil Kumar