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Ramadas

Ramadas und seine Frau Sundari Bai waren Verehrer Ramas, ihr Sohn hieß Raghavan.

Da sie sehr reich waren luden sie stets Heilige und Asketen ein, veranstalteten Liederabende und Gesprächsrunden. Der Geburtstag Ramas, Rama Navami, wurde in großem Stil begangen, zehn Tage dauerte das rauschende Fest.

Ramadas sang stets zum Lobe Ramas und inspirierte auch andere, dies zu tun. Er erklärte, dass es leichter sei, den Herrn durch Hingabe zu erreichen als durch Askese.

Wieder wurde Rama Navami gefeiert. Hunderte von Bhaktas sangen Lieder, die Ramadas komponiert hatte, rezitierten die Veden und hörten das Ramayana. Sundari Bai hatte Köstlichkeiten gekocht und sich um die Bedürfnisse der Gäste gekümmert.

Nun war es Zeit für die Abendgesänge. Sundari Bai fütterte ihren Sohn, brachte ihn zu Bett und nahm dann ebenfalls daran teil.

Irgendwann wachte Raghavan auf und suchte nach seiner Mutter. In der Küche stolperte er über einen Topf, der mit heißem Brei gefüllt war und verbrannte sich.

Sundari Bai war derart in die Gesänge versunken, dass sie nicht mehr an ihr Kind dachte. Spät schon war es, als sie nach ihm sah und ihn leblos in der Küche liegen sah. Sie wollte keinem erzählen, was geschehen war. Sie legte ihn in ein Körbchen, stellte dieses vor das Haus und betete zu Rama.

Als die Gesänge beendet waren erschien Ramadas und bat seine Frau, die Gäste zu bewirten. Erschrocken schaute er auf Raghavan. Auch die anderen Gäste kamen nach und nach. Da erschien ein Yogi, fragte was geschehen war und erklärte, dass das Kind nicht tot sei. Er berührte das Kind und Raghavan öffnete seine Augen. Es war als wäre nichts geschehen, der Yogi entschwand. Allen war klar, er war kein anderer, als Rama selbst.

Die Jahre vergingen, da Ramadas nichts verdiente war der Reichtum schnell aufgebraucht. So stellte sich eines Tages die Frage, wie sollte Rama Navami dieses Jahr begangen werden?

Sundari Bai riet Ramadas, seinen Onkel Akkanna um Hilfe zu bitten. Ramadas stimmte zu, obwohl er den Onkel lange nicht mehr getroffen hatte.

Da er wie ein armer Mann gekleidet war ließ ihn der Türwächter nicht ein.

Auch wenn sich Ramadas unwohl fühlte, er war es Rama schuldig, vor der Tür zu warten, bis Akkanna selbst kam.

Am Abend erschein er in einem herrschaftlichen Wagen, er erkannte Ramadas sofort und nahm ihn mit in sein Haus.

Nachdem er sich frisch gemacht hatte fragte Akkanna ihn nach dem Grund seines Besuches. Er erklärte, dass er um Geld für Ramas Geburtstagsfeierlichkeiten bitten wolle.

Akkanna war überrascht, wusste er doch um den Reichtum seines Neffen. Ramadas erklärte, dass er über all die Jahre alles was er besaß für die Rama Navami ausgegeben habe.

Akkanna bot ihm eine Anstellung beim König an. Ramadas jedoch brauche das Geld jetzt, so bat er nochmals darum und versprach, nach der Rama Navami beim König vorzusprechen.

Ramadas bat um 1.000 Moharas und erklärte in allen Einzelheiten, welch ein herrliches Fest er damit ausrichten werde.

Akkanna war tief beeindruckt, noch nie hatte er solch eine gute Tat vollbracht, war stets mit seiner Arbeit für den König ausgelastet. Gern gab er Ramadas das Geld, der ihn einlud, den Festlichkeiten beizuwohnen.

Glücklich kehrte Ramadas zurück und Ramas Geburtstag wurde gefeiert wie bisher.

Wie versprochen kehrte er zu seinem Onkel zurück, um die Arbeit beim König anzunehmen. Er, der Vielbeschäftigte, war natürlich nicht erschienen.

Zusammen suchten sie den König auf und erklärten ihm ihr Anliegen in allen Einzelheiten.

Ramadas wurde Steuereintreiber in Badrachalam.

Die Einwohner von Badrachalam hießen ihn willkommen und nahmen ihn mit in den Rama Tempel des Ortes. Es war ein heruntergekommener Tempel und Ramadas traten die Tränen in die Augen, als er sah wie Rama hier leben musste.

Tag und Nacht dachte er nur noch daran, den Tempel zu renovieren. Es kam der Tag wo er entschied, sein Haus und den Schmuck seiner Frau zu verkaufen, um dies bewerkstelligen zu können.

Es stellte sich heraus, dass der Tempel abgerissen werden musste und neu erbaut. Dafür reichte das Geld allerdings nicht. So nahm er die Steuern dafür, in der Sicherheit, sie dem König eines Tages zurückzahlen zu können.

Als der Bau beendet war nahte Rama Navami und Ramadas beschloss, das Fest dieses Jahr in Badrachalam zu begehen.

Es war wieder ein rauschendes Fest, der gesamte Ort und alle Asketen und Heiligen waren gekommen. Jeder bewunderte den herrlichen Tempel

Doch Ramadas hatte auch Neider. Der König erfuhr, dass der Tempel mit Steuergeldern erbaut wurde, die nun in der Kasse fehlten.

Am letzten Tag von Rama Navami holten die Wachen Ramadas ab. 10.000 Moharas hatte Ramadas unterschlagen. Der König kannte keine Gnade.

Rama und Sein Bruder Lakshmana nahmen die Gestalt von Menschen an und suchten den König auf. Sie stellten sich als Ramoji und Lakshmanoji vor, überreichten dem König 10.000 Moharas und baten ihn, Ramadas freizulassen.

Sprachlos quittierte der König den Erhalt. Als die beiden gegangen waren schickte er nach Akkanna und bat darum Ramoji und Lakshmanoji nochmals treffen zu können.

Ramadas war frei. Der König kam mit Akkanna gerannt und fragte wo die beiden seien.

Ramadas war klar, wer sie waren … der König solle mit nach Badrachalam kommen, da könne er sie treffen.

Ganz Badrachalam hieß Ramadas willkommen. Er führte den König zu dem Tempel, den er erbaut hatte. Der König fiel Rama zu Füßen und Ramadas sang Rama zum Lobe.

Von dem Tag an war Ramadas vom König beauftragt, nichts anderes mehr zu tun, als sich um den Tempel Ramas zu kümmern.

 

Aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung von Chenthil Kumar