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Rohidas

Rohidas war Schuster und vollkommen Vithala (Krishna) hingegeben. Seine Zeit verbrachte er am liebsten im Tempel, wo er Ihm zum Lobe sang.

Es geschah, dass der König in den Krieg zog und seine Soldaten Schuhe brauchten. Jedem Schuster wurde befohlen, tausend Schuhe pro Woche an den Hof zu liefern.

Alle Schuster freuten sich über diesen Auftrag … nur für Rohidas war es nicht möglich, tausend Schuhe in der Woche herzustellen, er brachte es in der Regel auf zehn pro Monat. Das reichte gut aus für ihn und seine Familie.

Er versuchte vergeblich, jemanden einzustellen, der diese Arbeit übernahm, so dass er genug Zeit hatte im Tempel zu sein.

Sechs Tage waren vergangen, Rohidas hatte nicht einmal das Leder zugeschnitten. Es drohte ihm eine gewaltige Strafe … Rohidas dachte nicht darüber nach, er vernachlässigte Vithala nicht.

Da meldete sich eines Tages doch noch ein Mann, der bereit war, Rohidas zu unterstützen, mehr noch, er versprach, die tausend Schuhe fertigzustellen.

Rohidas schlug vor, sich die Arbeit zu teilen. Da sah der Mann die Tambura in einer Ecke stehen und bat Rohidas zu singen. Rohidas verweigerte, da er, wenn er einmal singe, sich so darin versenke, dass er das Arbeiten vergesse.

Der Mann bestand darauf, dass Rohidas singe, er käme mit der Arbeit allein zurecht.

So sang Rohidas und der Mann stellte einen Schuh nach dem anderen fertig.

Rohidas fragte ihn, wer er sei.

Er stellte sich als Ranga aus Pandhari vor. Rohidas fragte ihn, ob er Panduranga (ein anderer Name für Vithala) sei.

Ranga lächelte: ‚Jeder ist Panduranga, so kannst du auch Mich als Panduranga sehen.‘

Rohidas sang weiter, Ranga fertigte Schuhe, am Abend waren tausend Schuhe fertig und sie bündelten sie.

Rohidas bedankte sich, bat Ranga, ein Bad im Fluss zu nehmen und bei ihm zu Abend zu essen. Er versprach Ihm ebenso, das was der König ihm bezahle, Ihm zu geben.

Ranga verließ den Laden.

Rohidas wartete auf die Boten des Königs, sie waren mit den Schuhen sehr zufrieden und entlohnten Rohidas großzügig.

Rohidas ging zum Fluss … er konnte Ranga nirgends sehen. Er befragte andere Badende, keiner hatte Ihn gesehen.

Rohidas suchte noch an anderen Orten … vergeblich. Es war Vithala, der als Ranga zu ihm gekommen war. Rohidas fiel ihn Ohnmacht.

Als er wieder zu sich kam eilte er nach Hause, erzählte alles seiner Frau und beide zogen ihre feinsten Gewänder an und gingen nach Pandhari. Dort verehrten sie Vithala und spendeten alles Geld dem Tempel.

 

Aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung von Chenthil Kumar