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Tukaram

Tukaram wurde in dem Döfchen Dehu geboren, durch das der Fluss Indrayani fließt.
Tukaram war Geschäftsmann und Vithala (Krishna) hingegeben. Sein Lebensinhalt war das Singen zu Seinem Lobe.

Wer sein Geschäft betrat und mit ‚Rama Krishna Hari‘ grüßte bekam alles umsonst, denn wer so grüßte war für ihn ein Heiliger, dem er kein Geld abnehmen wollte. (Hari steht für Vishnu)

Wenn Pilger an seinem Geschäft vorbeikamen ging er mit ihnen in den Tempel. Er ließ die Türen offen, Nachbarn schauten hin und wieder, dass kein Dieb eindrang. Jeder in Dehu wusste, Tukaram vertraute ganz auf Vithala.

Eine schöne Frau hatte ein Auge auf Tukaram geworfen, er jedoch bemerkte so etwas nicht, sein Blick galt nur Vithala. So setzte sie sich eines Tages einfach vor ihn hin. Er sah in ihr Rukmini, die Frau Krishnas, und verneigte sich vor ihr und fragte sie, warum sie ohne Vithala gekommen sei.

Samartha Ramdas und Chatrapati Shivaji Maharaj waren Weggefährten Tukarams, wobei Ramdas der Guru Shivajis war.

Ramdas bat Shivaji, Tukaram aufzusuchen, wenn er nach Dehu käme. Ramdas erkannte die Erhabenheit Tukarams sofort, er besuchte ihn immer wieder.

Für Shivaji waren nun Ramdas und Tukaram seine beiden Augen.

Shivaji wollte Tukaram ein Geschenk machen. Er legte ein paar Goldmünzen auf eine Platte und wollte sie ihm überreichen. Tukaram rannte weg.

Shivaji war entsetzt und fragte die anderen, warum Tukaram so reagiert habe.

Sie erklärten ihm, dass er bisher allein gekommen sei. Nun kam er mit Gold, das Tukaram nicht wollte, deshalb sei er fortgerannt.

Shivaji rechtfertigte sich, so viele Asketen würden in Tukarams Haus essen und er könne sich nicht vorstellen, wie Tukaram das finanziere. Die Schüler rieten ihm, sich bei Tukaram zu entschuldigen. Dies tat Shivaji auch, erklärte aber nochmals, dass er ein Haushälter sei und er gern die Asketen unterstütze.

Tukaram machte Shivaji klar, dass er sich nicht um ihn zu sorgen brauche, da auch Vithala Sich nicht sorge. Er würde nie Kuhfleisch essen, um jemandem einen Gefallen zu tun und Gold sei Kuhfleisch gleich.

So kamen weiterhin die Heiligen und Asketen, sangen mit Tukaram und gingen mit erfüllten Herzen nach Hause.

In Dehu lebte Rameshvara Bhatt, er lehrte die Veden, doch niemand kam zu ihm, da alle bei Tukaram zum Lobe des Herrn sangen. Er wurde auf Tukaram eifersüchtig und würdigte ihn herab, er sei kein Gelehrter und wisse nicht was er tue. Er würde von dem sprechen was die Rishis lehrten, während Tukaram sich anmaße seine eigene Dichtung zu verbreiten und seine eigenen Lieder zu singen.

Als Tukaram davon erfuhr meinte er, Bhatt habe Recht. Er suchte ihn auf, verneigte sich vor ihm und entschuldigte sich für das Vergehen.

Bhatt befahl ihm, all seine Kompositionen und Dichtungen zu vernichten. Nur ein Gelehrter dürfe über die heiligen Schriften sprechen und schreiben.

Tukaram war entsetzt. Niedergeschlagen ging er nach Hause. Bhatt war ein Gelehrter, was er sagt musste richtig sein.

Eilends bündelte er seine Werke und wickelte sie in ein Stück Stoff, um sie im Fluss Indrayani zu versenken. Noch einmal schaute er sie an, er hatte nur über die Herrlichkeit Vithalas geschrieben und dessen Bhaktas.

In jedem Werk lebte Vithala und Ihn würde er nun in den Fluss werfen … er setzte sich unter einen Baum, Tränen rannen ihm über die Wangen. Das was er in Händen hielt war alles was er besaß. Er übergab dem Fluss das Bündel. Nie mehr würde er zum Lobe Vithalas singen können.

Als am nächsten Tag der Priester den Tempel öffnete sah er ein Bündel auf Vithalas Haupt liegen.
Er nahm es, es war nass, er öffnete es und fand darin Tukarams Lieder.

Sofort eilte er in Tukarams Haus, dort fand er ihn nicht. Immer noch saß er traurig unter dem Baum am Fluss.

Als er ihm das Bündel zeigte fragte Tukaram, warum er es aus dem Fluss gefischt hätte.

Als der Priester ihm erzählte wo er das Bündel gefunden hatte war Tukaram erleichtert. Nun wusste er, dass er keinen Fehltritt begangen hatte.

Als Bhatt von dem Ereignis hörte suchte er Tukaram auf, entschuldigte sich bei ihm und nannte ihn eine Große Seele.

Von dem Tag an wurden Tukarams Werke noch berühmter, als sie schon waren.

Tukarams Leben wurde verfilmt  –  mit englischen Untertiteln

 

 

Aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung von Chenthil Kumar.