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Maya

Die Welt ist Schein, Illusion – Maya.

Nur was unveränderlich ist (der Herr und die Seele) ist wirklich, alles Veränderliche (die materielle Welt) ist nichtwirklich – Maya.

Narada fragte einst Krishna: ‘Kannst Du mir das Geheimnis Deiner Maya erklären?’

Krishna zögerte, Maya zu erklären bedarf eines ganzen Lebens, doch schließlich entschloss er sich, Naradas Wunsch zu erfüllen.

Er sprach: ‘Ja, gern, lasse uns hier niedersetzen, doch bitte hole mir zuerst einen Becher Wasser.’

Narada ging Wasser holen. In der Ferne sah er Hütten, dort wollte er um zwei Becher Wasser bitten, einen für Krishna und einen für sich.

Als er in dem Dorf ankam klopfte er an die Tür eines der ersten Häuser. Die schönste Frau die er je gesehen hatte öffnete ihm.

Sie lächelte Narada an und er spürte etwas bisher Unbekanntes in seinem Körper. Er stammelte: ‘Willst du mich heiraten?’ Die Frau stimmte zu, die Hochzeit fand statt und sie führten ein glückliches Leben.

Narada war ein guter Familienvater und von allem im Dorf hoch geachtet. Kinder wurden geboren, sie wuchsen heran, gingen zur Schule, heirateten und Narada bekam Enkel. Narada und seine Frau waren sicher, dieses Leben sei das schönste was man sich erträumen kann.

Dann ereignete sich eine große Flut. Alles was Narada hatte und wofür er lebte, Frau, Kinder, Haus, Land und Vieh, alles wurde weggeschwemmt. Alles woran er hing wurde ihm genommen. Nur er allein überlebte im Dorf.

In seinem Kummer betete er zu Krishna.

Die Flut verschwand und Narada stand vor Krishna, so wie damals, als er Ihn verließ, um Wasser zu holen.

Krishna fragte: ‘Narada, wo ist Mein Wasser? Ich warte seit Jahrzehnten darauf. Wo warst du so lange?’

Narada war klar, das war Maya, die er Krishna bat, ihm zu erklären.

 

Aus dem Englischen übersetzt mit freundlicher Genehmigung von Sushma Gupta, Toronto.